Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. August 2014

Kombilösung: Schneidrad in Baugrube abgelassen

AN DER ANGEL: Präzisionsarbeit war am vergangenen Freitag, 15. August, gefragt, als das riesige Schneidrad der Tunnelvortriebsmaschine am Durlacher Tor in den Untergrund abgelassen wurde. Foto: Fränkle

AN DER ANGEL: Präzisionsarbeit war am vergangenen Freitag, 15. August, gefragt, als das riesige Schneidrad der Tunnelvortriebsmaschine am Durlacher Tor in den Untergrund abgelassen wurde. Foto: Fränkle

 

In Karlsruher Farben lackiert / Tunnelvortriebsmaschine setzt sich Oktober in Gang

Noch eine - nicht bestellte - Regendusche und ein wenig Schmier- sowie Klebemittel, welche von einem speziellen „Putzer-Team“ auf der Baustelle der Kombilösung am Durlacher Tor auf die Andockflächen eingewienert wurden, dann hing das 120 Tonnen schwere Schneidrat der Tunnelvortriebsmaschine am Haken des XXL-Krans und schwebte durch die Andienöffnung seinem künftigen Einsatzort 20 Meter unter der Erdoberfläche entgegen.

Mehrere Männer parierten mit Tauen zusammen mit dem Kranführer das größte Einzelteil der Tunnelvortriebsmaschine in die richtige Position. Unten angekommen wurde das in den Karlsruher Farben lackierte Schneidrad vor dem Schild auf den Antrieb montiert. Das Rot-Gelb-Outfit dürfte der Maschinenkopf verlieren, wenn sich erst einmal seine „Zähne“ ins Erdreich schneiden und raspeln. Dafür ist es mit 27 Schneidrollen, 16 Räumern und 172 Schälmessern ausgestattet. Über deren Verschleiß wachen acht Sensoren.

„Für uns als Bauherr ist dies ein besonderer Augenblick“, freute sich KASIG-Geschäftsführer Uwe Konrath, denn es zeige den Fortschritt der Bauarbeiten. Das Einheben des Schneidrads in die Startgrube war nicht nur für ihn und Geschäftsführer Dr. Alexander Pischon sowie Vertreter der Arge Stadtbahntunnel und Herrenknecht AG ein Meilenstein auf dem Weg zum Stadtbahntunnel: Auch viele Schaulustige verfolgten am Bauzaun das Aufrichten des Schneidrades aus der Liegeposition in die Senkrechte.

„Die Scheibe sieht richtig filigran aus“, meinte ein Beobachter beeindruckt. Ihre ganze Kraft können die Schneidwerkzeuge ab Ende Oktober ausspielen, wenn sich die Tunnelvortriebsmaschine erstmals in Gang setzt und 18 Vortriebszylinder dafür sorgen, dass sie sich mit dem notwendigen Druck an die Ortsbrust „schmeißt“.

Die Tunnelfabrik wird in neun Monate täglich bis zu zehn Meter zurücklegen. Dabei ist sie stets unter dem Grundwasserspiegel unterwegs - ein komplexes Zusammenspiel zwischen einer speziellen Flüssigkeit (Bentonit) zum Abdichten der Ortsbrust und dem in der Abbaukammer herrschenden Überdruck sorgt dafür, dass das Grundwasser nicht in die Tunnelröhre eindringt. Für diese werden jeweils sechs neun Tonnen schwere Tübbinge zu zwei Meter langen Betonringen zusammengebaut. Aus rund 6.000 Tübbingen entsteht Ring für Ring die Röhre. Etwa 300 Meter der rund zwei Kilometer langen Röhre sind bereits im bayerischen Herstellerwerk gefertigt. -rie-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe