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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. September 2014

Kultur: Aufgeschlossen für Unerhörtes

CAMPUS ONE UND SCHLOSS GOTTESAUE sind Spielorte der zweiten Auflage des Festivals für Neue Musik. „Zeitgenuss“ findet bei laufendem Studienbetrieb statt.  Foto: Bastian

CAMPUS ONE UND SCHLOSS GOTTESAUE sind Spielorte der zweiten Auflage des Festivals für Neue Musik. „Zeitgenuss“ findet bei laufendem Studienbetrieb statt. Foto: Bastian

DIE BLOCKFLÖTISTIN CAROLIN HETTLER studiert „Neue Musik“. Foto: pr

DIE BLOCKFLÖTISTIN CAROLIN HETTLER studiert „Neue Musik“. Foto: pr

 

Festival „Zeitgenuss“ bietet im Oktober lebendige Vielfalt Neuer Musik

Wolfgang Rihms Statement „Ich will bewegen und bewegt sein“ war Leitgedanke der Premiere vor einem Jahr. Auch bei der zweiten Auflage des Karlsruher Festivals für Musik unserer Zeit „ZeitGenuss“ (24. bis 31. Oktober), einer Koproduktion der städtischen Kulturamts und der Hochschule für Musik, erwartet Besucherinnen und Besucher auf dem Campus One ein bewegtes und bewegendes Klangkaleidoskop zeitgenössischer Musik.

Der Vorverkauf hat begonnen. Wer mehrere Konzerte besuchen möchte, nimmt am besten den vergünstigten Festivalpass zu 35 Euro - er umfasst alle 17 Veranstaltungen.

Unerhört! Was nach Echauffierung klingt, ist beim Festival Prinzip und einfach wörtlich gemeint. Über zehn Uraufführungen bringen genau das zu Gehör. Kompositionsaufträge der Stadt gingen an Gerhard Stäbler und Alessandro Solbiati. Ihren Werken nehmen sich zum Festivalauftakt die Karlsruher Kammerphilharmonie und tags darauf das Karlsruher Ensemble TEMA an.

Ein weiterer roter Faden von „ZeitGenuss“ ist die amerikanische Neue Musik des Avantgardisten George Crumb und des Minimalisten Steve Reich. Just an Crumbs 85. Geburtstag (24. Oktober) ist dessen Streichquartett „Black Angels“ Teil des Eröffnungskonzerts, gefolgt von Steve Reichs Zyklus „Drumming I-IV“. Den vokalen Aspekt der Musik des 20. Jahrhunderts bedient etwa der KIT-Kammerchor mit Luigi Dallapiccolas „Canti di prigionia“ am 31. Oktober. Und die Kompositionsklassen von Wolfgang Rihm und Markus Hechtle präsentieren am 28. Oktober die Ergebnisse der Zusammenarbeit mit der Freiburger Hochschule.

Weiter gibt es Werkstatt- und Gesprächskonzerte, öffentliche Wertungsspiele des international ausgeschriebenen Karlsruher Interpretationswettbewerbs für zeitgenössische Musik, Preisträgerkonzerte sowie Werke junger Komponisten, die bei der Erstauflage des Festivals ausgezeichnet wurden. Und Musikwissenschaftler Rudolf Frisius stellt seine dreibändige Biografie über Karlheinz Stockhausen vor. Neu ist das Format MusikTheaterFilm, bei der Oper zum Medienkunstwerk wird. Rihms „Dionysos“ ist dabei, ebenso erläuterte Kompositionen von Jörg Widmann und Jorge E. Lopez.

„Das Festival belebt unsere Arbeit“, verwies der Rektor der Musikhochschule, Professor Hartmut Höll, kürzlich bei der Programmvorstellung vor den Medien auf den neu geschaffenen Masterstudiengang „Neue Musik“ und hoffte auf „lebendige Tage mit höchst interessiertem Publikum“.

Mit dem Festival befinde man sich „in bester Tradition der Musikstadt Karlsruhe“, betonte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche, dies gelte es aufzugreifen und zu leben. Als „Versuch eines Flechtwerks“ zwischen Hochschule und Stadt, freien Ensembles und Studenten bezeichnete Festivalleiter Dr. Achim Heidenreich die Genusswoche. Die städtische Unterstützung etwa durch Auftragswerke motiviere, weiterzumachen. Sein Urteil: „Karlsruhe ist zeitgenössisch erstklassig“. -maf-

 
 

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