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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Oktober 2014

Fußballstadion im Wildpark: Neubau wirtschaftlich die bessere Variante

DAS WILDPARKSTADION erfüllt nicht die Ansprüche, die heutzutage an moderne Fußballstadien gestellt werden. Eine verbesserte Infrastruktur ist sowohl bei einem Neubau wie bei einer Sanierung notwendig. Foto: Fränkle

DAS WILDPARKSTADION erfüllt nicht die Ansprüche, die heutzutage an moderne Fußballstadien gestellt werden. Eine verbesserte Infrastruktur ist sowohl bei einem Neubau wie bei einer Sanierung notwendig. Foto: Fränkle

 

Grundsatzbeschluss des Gemeinderats am 21. Oktober

Mit den Beratungen der „Kleinen Kommission Wildparkstadion" in der vergangenen Woche gingen die Vorbereitungen für die Grundsatzentscheidung des Gemeinderats am 21. Oktober über ein neues Fußballstadion in die entscheidende Phase.

Ende 2013 beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Planungen für einen Stadionneubau im Wildpark bis zur Entscheidungsreife zu bringen, alternativ Kosten, Chancen und Grenzen einer Generalsanierung aufzuzeigen und Verhandlungen mit dem Karlsruher SC über Stadionnutzung und -finanzierung zu führen.

Die Ergebnisse der elf ämterübergreifenden Arbeitsgruppen und der Verlauf der mit dem KSC geführten Gespräche wurden der Kommission unter Vorsitz von OB Dr. Mentrup, in der Mitglieder des Gemeinderats und der KSC-Vereinsführung mit ihrem Präsidenten Ingo Wellenreuther vertreten waren, jetzt vorgestellt.

Die Verwaltung empfiehlt, eine Generalsanierung des bestehenden Stadions nicht weiter zu verfolgen. Die Fachleute beziffern die Investitionen für den Stadionkörper insgesamt auf 49 bis 56,8 Millionen Euro (netto). Allein die Beseitigung der baulichen und technischen Mängel sowie die Anforderungen der Sicherheitsbehörden würden Investitionen zwischen 35,1 und 40,8 Millionen Euro (netto) erfordern.

Um einen mit modernen Spielstätten vergleichbaren Standard zu erreichen, müssten nochmals zwischen 13,9 und 16 Millionen Euro (netto) in die Erweiterung der Hospitalitybereiche und der Vereinsflächen investiert werden. Erst damit wären Mehreinnahmen zu erzielen, die höhere Pachteinnahmen möglich machten. Hinzu kämen in den kommenden zehn Jahren weitere Investitionen in die Gebäudetechnik der erhalten bleibenden Haupttribüne. Untersucht wurde auch die Schadstoffbelastung des Walls, wobei die Gutachter die Kosten für dessen vollständige Beseitigung auf etwa 14 Millionen Euro (netto) schätzen.

Neben den reinen Kosten für den Stadionkörper sind zudem mit den Sicherheitsorganen abgestimmte Infrastrukturmaßnahmen für eine verbesserte Verkehrssituation und Sicherheitslage im Wildpark zu verbessern, die mit 14,3 Millionen Euro (netto) angenommen werden und sowohl bei Generalsanierung wie auch bei Neubau fällig sind.

Neubau für 88,8 Millionen

Nach mehreren Abstimmungsgesprächen zwischen der Stadt und dem KSC, bei denen von beiden Seiten externe Stadionberater hinzugezogen waren, wird ein Neubau mit einer Gesamtinvestition von 88,8 Millionen Euro (netto) favorisiert. Dabei sollen die Kosten für den Stadionkörper, inklusive 40 Logen und dem Neubau der Geschäftsstelle, bei 60 Millionen Euro „gedeckelt" werden. Für die Kosten des aus Sicht des Vereins zwingend erforderlichen Hospitalityparkdecks nahe der Businessbereiche wurde eine Budgetobergrenze von 10 Millionen Euro vereinbart.

Aus städtischer Sicht würde so, inklusive veranschlagter stadionbezogener Zusatzkosten, für den Neubau ein zu finanzierendes Kapitalvolumen von 74,5 Millionen Euro (netto) entstehen, das sich um die zugesagten Landesmittel in Höhe von 11 Millionen Euro auf 63,5 Millionen Euro reduziert.

Pacht nach Spielklasse

Bei den Verhandlungen mit dem KSC über einen angemessenen Pachtvertrag hat die Stadt Richtlinien des Kommunal-, des Beihilfe- und des Europarechts zu beachten Vor diesem Hintergrund hat der KSC ein mehrteiliges Pachtmodell vorgeschlagen, nach dem die jährliche Pacht in der Zweiten Liga bei 1,5 Millionen Euro, in der Ersten bei 3 Millionen Euro und in der Dritten Liga bei 400.000 Euro liegen soll. Die Beträge sollen ab dem sechsten Jahr alle zwei Jahre um 5 Prozent steigen.

Zusätzlich zur Pacht würde der KSC jährlich bis zu 1,3 Millionen Euro der für die Bauunterhaltung anfallenden Kosten übernehmen. Hinzu kommen als Umsatzbeteiligung 20 Prozent der Einnahmen aus sonstigen Veranstaltungen und 20 Prozent aus dem Ticketverkauf bei Spielen mit mehr als 20.000 Zuschauern. Das Namensrecht bliebe bei der Stadt.

Der Vertragsentwurf soll dem Gemeinderat im kommenden Frühjahr vorliegen. Dann sollen auch die weiteren notwendigen Prozesse geklärt werden, um mit dem Bau im Sommer 2017 beginnen zu können. Als Bauzeit wird mit 24 bis 30 Monaten gerechnet.  -bw-/-fis-

 
 

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