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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. Oktober 2014

Kultur: In Karlsruhe hat Jazz eine Heimat

AUF EINE KRIMINOLOGISCHE ZEITREISE durch Musikwelt und Filmklassiker begab sich beim Festival „Der 5. Mann“. Foto: Bastian

AUF EINE KRIMINOLOGISCHE ZEITREISE durch Musikwelt und Filmklassiker begab sich beim Festival „Der 5. Mann“. Foto: Bastian

 

Eigentlich müsste der Jazzclub in Feierlaune sein. 45 Jahre hat der Traditionsverein auf dem Buckel und seine Fans strömten am vergangenen Samstag, 4. Oktober, zuhauf zum Geburtstagfestival in das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) mit zehn Bands auf drei Bühnen. Als eine der ersten Adressen der Szene genießt er einen hervorragenden Ruf, erhielt 2013 gar den Spielstättenpreis der Initiative Musik für sein „kulturell herausragendes Live-Musik-Programm“.

Alles in Butter? Nicht ganz. Der Club steht vor großen Umbrüchen. In seiner bisherigen Spielstätte in der Schlachthofgaststätte stößt er als Untermieter an räumliche Grenzen, sieht professionellen Konzertbetrieb gefährdet. Von Kulturdezernent Wolfram Jäger moderierte Gespräche führten zu keinem tragfähigen Ergebnis.

Der Club schuf Fakten, zog aus und führt seither ein Vagabundendasein in den Häusern vieler Kooperationspartner mit zwangweise reduziertem Konzertangebot. Und ein von den Club-Verantwortlichen vorgelegtes Konzept, das die Zukunft des Jazzclubs gemeinsam mit der Kinemathek in der Innenstadt sah, ist weder faktisch noch politisch abgesichert.

„Heute geht es ums Feiern“ verzichtete OB Dr. Frank Mentrup als Gratulant der Stadt auf eine Wertung der jüngsten Entwicklung, „ab Montag bemühen wir uns dann, eine Lösung zu finden“. Jazz habe in Karlsruhe jedenfalls „eine Heimat“ - und der Club ebenso. Jazz speise sich aus Improvisation, Emotion und Innovation und dieser Dreiklang bringe stets Neues hervor. Ob, wo und in welcher Form räumlich etwas Neues für den Club entsteht, ist derzeit offen. Nächstes Konzert: Reiner Ziegler & friends am Montag, 13. Oktober, um 20 Uhr in der Alten Hackerei.  -maf-

 
 

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