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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. Januar 2014

Entwendete Brunnenfigur: Mädchen kehrt jetzt wieder zurück

WIEDER KOMPLETT: Der Hygieia-Brunnen erhält seine Bronze-Skulptur zurück. Gabi Müller ist es  zu verdanken, dass die in Bellheim gefundene Figur wieder in Karlsruhe ist. Foto: Fränkle

WIEDER KOMPLETT: Der Hygieia-Brunnen erhält seine Bronze-Skulptur zurück. Gabi Müller ist es zu verdanken, dass die in Bellheim gefundene Figur wieder in Karlsruhe ist. Foto: Fränkle

 

Aufmerksame Bellheimerin

Die Bellheimer mochten ihre Spiegelbachnixe, wie sie auf ihrem Stein saß, ein Arm den an der Hauptstraße vorbeifahrenden Autofahrern entgegengestreckt. Da kam es schon mal vor, dass dem Mädchen ein Apfel oder eine Münze auf die Hand gelegt oder ihr zugewunken wurde.

Vor Weihnachten war das Mädchen in Bronze plötzlich weg. Und letzte Woche wieder  an ihren Heimatort Karlsruhe zurückgekehrt - dank Gabi Müller, einer aufmerksamen Bellheimerin.

Denn die 40 Kilogramm schwere Skulptur war vor rund einem Jahr auf dem Festplatz vom Brunnenrand des 1909 in Betrieb gegangenen Hygieia-Brunnens entfernt worden. Vermutlich mit der Absicht, das Diebesgut zu zersägen und einzelne Bronzeteile zu Geld zu machen. Das Bronze-Mädchen trug Blessuren davon, widersetzte sich aber der zerstörenden Säge - und landete in einem Waldstück bei Bellheim.

Dort wurde sie gefunden und landete im Bauhof Bellheim. Das städtische Gartenbauamt hatten zwar Strafanzeige  erstattet, diese traf sich jedoch nicht mit den Eigentumsermittlungen der Pfälzer Polizei. Weil das "Mädle" zu schön war, um einfach nur im Bauhof Bellheim herumzuliegen, suchte die Gemeinde Bellheim mit der Bevölkerung einen Namen für die junge Dame. Und so begrüßte fortan die vor dem Vierordtbad der Göttin Hygieia und den weiteren Brunnenfiguren abhanden gekommene Badende als Spiegelbachnixe für einige Monate die Vorbeifahrenden in Bellheim.

"Die kenne ich irgendwoher", war Gabi Müller sich bei ihrem Anblick sicher. Woher, das wurde ihr klar, "als es Herbst wurde und die Saunazeit begann." Da fiel der Blick der Vierordbad-Besucherin auf den Brunnen und sie informierte den Bellheimer Bürgermeister.

Bei Gabi Müller bedankten sich Bernd Dannenmaier von den Bäderbetrieben und Bernd Stähler vom Gartenbauamt für die Stadt mit kleinen Geschenken: "Sie haben uns ein unschätzbares Kulturgut zurückgebracht." Über 100 Jahre alt ist das Mädchen, das sich nach Restauration wieder zu den anderen auf dem Brunnenrand gesellen wird.

Zunächst wird sich ein Kunstschmied um sie kümmern und die Spuren ihrer Zwangsreise beseitigen: um die Hand mit dem abgesägten Finger und die Sägespuren am Arm und im Gesicht. -rie-

 
 

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