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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Dezember 2014

Ausschuss für öffentliche Einrichtungen: Zustimmung für Waldpläne

Eschentod und Kartellverfahren machen Ausschuss Sorgen

Bilanz, Potenzial und Perspektiven der Karlsruher Waldflächen widmete sich der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen in seiner konstituierenden nichtöffentlichen Sitzung. Unter Vorsitz von Forstdezernentin Gabriele Luczak-Schwarz fanden sowohl Ergebnis 2013 als auch Situation 2014 und Planung 2015 Zustimmung.

Das Rechnungsergebnis zeigte ein zum Plan gut 11.000 Euro größeres Minus von knapp drei Millionen. Der Abteilungsleiter Forst im Liegenschaftsamt, Ulrich Kienzler, führte die Abweichung unter anderem auf veränderte Zuordnung interner Leistungen und einen Anstieg der Kosten zur Beseitigung ständiger Müllberge zurück. Etwas geringer als geplant fielen zudem die Einnahmen aus dem Holzverkauf aus. Sie beliefen sich auf gut 600.000 Euro.

Leitmotiv Nachhaltigkeit

Zur Zwischenbilanz der Forsteinrichtungsplanung 2008 bis 2017 betonte Kienzler, auch künftig aus ökologischen Gründen nur etwa 95 Prozent des nachhaltig möglichen Hiebssatzes oder 14.500 Festmeter jährlich ernten zu wollen. Es sollte nicht der Eindruck aufkommen, Profit stünde an erster Stelle. Stets wird nur so viel geerntet wie nachwächst. So kamen allein dieses Frühjahr 8.850 junge Bäume hinzu.

Die von einem Pilz befallene Esche, so Kienzler, sei wohl dem Untergang geweiht. Nächstes Jahr ist zudem ortsweise mit Maikäferplagen zu rechnen, merkte Luczak-Schwarz an. Die wirtschaftlichen Bedingungen würden gut eingeschätzt. Der Investitionsfokus liege auf dem Arbeitsschutz, sagte sie.

Eine den Wald entlastende Downhillstrecke für Mountainbiker wird weiter auf Ettlinger Gemarkung geplant, ferner die Suche nach ökologischen Ausgleichsflächen fortgeführt. Die wesentlichen Ziele des Staatswalds werden laut Prognose zum Jahresende erreicht. Er wird von der städtischen Forstabteilung bewirtschaftet.

Doch wegen eines Kartellverfahrens gegen die gemeinsame Holzvermarktung von ForstBW und anderen Waldbesitzern sah die Landesregierung sich Kienzler zufolge wegen drohender Schadensersatzforderungen gezwungen, eine Verpflichtungszusage zu geben. Wenn nicht noch eine Änderung des Bundeswaldgesetzes erfolgt, müssten im Falle Karlsruhes künftig Staats- und Stadtwald getrennt betrieben werden. Verwaltung und Ausschuss fürchten wirtschaftliche und etwa auch waldpädagogische Nachteile. -mab-

 
 

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