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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. Januar 2015

Kultur: Als Tulpen Kult waren

Aquarell aus dem Tulpenbuch um 1730 Foto: BLB

Aquarell aus dem Tulpenbuch um 1730 Foto: BLB

 

Ausstellung über Gartenkunst des Stadtgründers in BLB

Er liebte seine Tulpen und war bereit, tief dafür in die Tasche zu greifen: Stadtgründer Karl Wilhelm. Auf den Frühling des sommerlangen 300. Geburtstagsfestes stimmt die Badische Landesbibliothek (BLB) daher vom 11. Februar bis 25. April mit der Ausstellung "Karlsruher TulpenKULTUR. Markgraf Karl Wilhelm und seine Gartenkunst" ein.

Der leidenschaftliche Blumengärtner hatte im Jahr 1731 seinen Hofgärtner Christian Thran zwei Jahre lang nach Afrika geschickt, um dort seltene Pflanzen und Schösslinge für seinen Karlsruher Schlossgarten zu sammeln. Thran  dokumentierte die über Lyon und Marseille nach Nordafrika führende Reise in einem Tagebuch, das in der Schau zu sehen ist.

Seine Blumenanlagen mit über 5.000 Tulpensorten und vielen botanischen Raritäten waren Karl Wilhelm so wichtig, dass er sie vor und nicht wie sonst üblich hinter dem Schloss anlegte. Professionelle Blumenmaler beauftragte er, die schönsten Exemplare in farbenprächtigen Aquarellen  zu verewigen.

Erhalten sind von den einst 20 barocken Prachtbänden heute nur noch vier. Erstmals werden  sie  zusammen präsentiert. Dazu kommen Schätze aus deutschen Bibliotheken, Museen und Archiven wie die um 1690 entstandene Delfter Tulpenvase von Adrian Kocks. Kontrastiert wird sie von der Installation "Delft und Stuttgart" des Künstlers Daniel Wagenblast.   Pünktlich zur Ausstellung hat die BLB zudem ihre beiden Tulpenbücher digitalisiert und ins Internet gestellt.

Das Blättern in den digitalen Sammlungen lohnt - zu bewundern sind zudem Narzissen, Iris, Lilien, Krokusse oder Raritäten wie eine Ananaspflanze, eine Aloe, ein exotischer Erdbeerbaum oder eine blühende Königin der Nacht. -cal-

 
 

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