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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Januar 2015

Südabzweig Kombilösung: Verzicht auf teures Provisorium

BLEIBT SCHIENENFREI: Am Marktplatz werden oberirdisch keine Bahnen mehr rollen. Foto: Fränkle

BLEIBT SCHIENENFREI: Am Marktplatz werden oberirdisch keine Bahnen mehr rollen. Foto: Fränkle

 

Keine Gleise auf Marktplatz

Eigentlich sollten nach Abschluss der Rohbauarbeiten für den Stadtbahntunnel am Marktplatz von 2016 bis 2018 wieder oberirdisch Straßenbahnen in Richtung Hauptbahnhof rollen. Mit einem Verzicht auf dieses Provisorium könnte viel Geld und Bauzeit gespart werden, erläuterte OB Dr. Mentrup am Montag, 26. Januar, in einem Pressegespräch.

„Verzichten wir auf die vorübergehende Wiederbelebung des oberirdischen Streckenabschnitts zwischen Ettlinger Straße und Kaiserstraße, könnten wir mindestens zwischen sieben und acht Millionen Euro einsparen", rechnete der OB die Kosten hoch, die Auf- und Abbau eines Gleisdreiecks an der Kaiserstraße, Gleise und Weichen, sowie das Wiederherstellen der Haltestellen verschlingen würden. Neben der Kostenersparnis gebe es unter dem Strich fünf bis acht Monate weniger Bauaktivitäten, was besonders den Anwohnern zugute komme, weil es zudem an einigen Stellen in diesem Bauabschnitt recht eng zuginge.

So wäre eine Gleisumfahrung der Tunnelrampe notwendig, die zwischen Vierordtbad und Augartenstraße gebaut wird. Darüber hinaus müssten auch die oberirdischen Haltestellen an Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum wieder hergerichtet werden. „Wenn der Stadtbahntunnel Ende 2018 in Betrieb geht, müsste die komplette oberirdische Ersatzstrecke wieder abgebaut werden", sieht Mentrup hier die Möglichkeit, nach erfolgreicher vorüberhegenden Sperrung der Kaiserstraße-Ost, ein zweites Beschleunigungsprogramm zu starten.

„Das aktuelle Netz hat sich als sehr belastbar gezeigt", verweist der OB auf die beiden funktionierenden Südabzweige im Liniennetz, die Kaiserstraße und Hauptbahnhof über Karlstraße und Ettlinger Straße verbinden. „Bei einem Verzicht auf das aufwändige Provisorium wären zudem keine zusätzlichen Fahrplanänderungen notwendig und es könnten die fertig gestellten Teilflächen bereits in den Endzustand gebracht werden", weist der Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) Uwe Konrath auf weitere Vorteile der Einsparung hin. Nachdem sich bereits der Aufsichtsrat der KASIG für einen Verzicht ausgesprochen hat, will OB Mentrup am Dienstag ein Votum des Gemeinderats herbeiführen.

Bürgerbeteiligung

Noch in diesem Sommer soll zudem eine Bürgerversammlung einberufen werden, um auch die Bevölkerung frühzeitig zu informieren und in den weiteren Fertigstellungsprozess der Kombilösung einzubinden. Bereits Mitte des Jahres wird auf dem Marktplatz ein provisorischer Belag aufgebracht, der für die Abwicklung der restlichen Bauarbeiten benötigt wird und 2018 dem endgültigen Belag weicht. Schon vorher könnten aber in anderen Bereichen, etwa in der Ettlinger Straße, einzelne Abschnitte „endfertig" gemacht werden.

Durch den Verzicht auf die oberirdischen Gleise könnte der Christkindlesmarkt bereits 2018 wieder auf den Marktplatz zurückkehren. Nach Angaben von KASIG-Geschäftsführer Konrath, denke man derzeit auch darüber nach, die vom Hauptbahnhof aus in Richtung Marktplatz führende Buslinie 10 bis zur Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels bis in die Karl-Friedrich-Straße hinein weiter in Richtung Marktplatz zu verlängern. -fis-

 
 

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