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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Februar 2015

Fairer Handel: Moosbrötchen statt Fastnacht

RÖMISCH FAIR kochten Lateinschülerinnen des Karlsruher St.-Dominikus-Gymnasiums bei ihrem Projekttag "Fairer Handel", an dem sie Bürgermeister Klaus Stapf besuchte. Foto: Fränkle

RÖMISCH FAIR kochten Lateinschülerinnen des Karlsruher St.-Dominikus-Gymnasiums bei ihrem Projekttag "Fairer Handel", an dem sie Bürgermeister Klaus Stapf besuchte. Foto: Fränkle

 

Projekttag im St.-Dominikus-Gymnasium / Schule will Titel

Den Titel "Fairtrade-Schule" strebt das St.-Dominikus-Gymnasium als erste Schule in der Fairtrade-Stadt Karlsruhe an. Das Mädchengymnasium gewann 2014 bereits die "Grüne Pyramide", den städtischen Nachhaltigkeitspreis, in der Kategorie "Klimaschutz". Jetzt will sich die Schule einer Überprüfung durch den Verein Transfair stellen. Dafür veranstaltete das Gymnasium am „Schmotzgen Donnerstag“ den Projekttag "Fairer Handel".

Was dabei heraus gekommen ist, erfuhr Bürgermeister Klaus Stapf bei einem Rundgang durch die Zimmer der fünften bis zehnten Klassen. So beschäftigten sich die Fünftklässler mit der Initiative "Plant vor Planet". Für sie keine Frage, sich mit Klimaschutz statt Fastnacht zu beschäftigen: "Wir wollen Bäume pflanzen, dass es der Erde besser geht".

Direktorin Dr. Ingrid Schwendtner informierte, dass die Schule dank ihrer zwei Photovoltaik-Anlagen jährlich 25.000 Euro Energiekosten spart. Mit dem Online-Planspiel "Keep cool" mischten sich Mädchen der Siebten in die "Klimapolitik" ein. Lateinschülerinnen der gleichen Stufe kochten "römisch fair" indem sie antik gewandet nach "Geheimrezept" Mostbrötchen auf Lorbeerblättern mit Kräuterkäse herstellten.

Beim "ziemlich anstrengenden" Kaffeespiel standen in der achten Klasse Händler und Kaffeeröster in Europa Bauern und Plantagenbesitzern aus der dritten Welt gegenüber. Die Jugendlichen "spürten", wie schwierig es ist, bessere Lebensbedingungen aufgrund fairer Bezahlung  gegenüber wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.

Die neunten Klassen schauten nach einem Film über Näherinnen aus Bangladesh, wo im Internet fair gehandelte Kleidung zu kaufen ist. Sie erfuhren, dass eine Näherin nur zwölf Cent mehr pro T-Shirt zu verdienen braucht, um anständig leben zu können. Und dass krankmachende Produktionsbedingungen durch fairen Handel vermeidbar sind, erarbeiteten Zehntklässerinnen mit Bildungsrefentin Ingeborg Pujiula vom Weltladen. 

Stapf freute sich über das Engagement. Er habe das Gefühl, in der Schule werde nachhaltig gedacht und "gelebt" und appellierte an die Schülerinnen es künftig "besser zu machen als seine eigene Generation". -cal-

 
 

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