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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. März 2015

Geschichte: Für einfache Formen

ARCHITEKT Friedrich Ostendorf. Bild: Stadtarchiv

ARCHITEKT Friedrich Ostendorf. Bild: Stadtarchiv

 

Der Architekt Friedrich Ostendorf starb vor 100 Jahren

Der am 17. Oktober 1871 in Lippstadt in Westfalen geborene Friedrich Ostendorf studierte Architektur in Stuttgart, Hannover und Berlin. Hier übte sein Lehrer Carl Schäfer, dem er nach der Ersten Staatsprüfung nach Karlsruhe folgte, großen Einfluss auf ihn aus.

Weiteren beruflichen Stationen, etwa im Rheinland und in Berlin folgte 1904 seine Habilitation an der TH Berlin-Charlottenburg. Anschließend lehrte Ostendorf an der TH Danzig, bevor er 1907 als Nachfolger Schäfers auf den Lehrstuhl für „Entwerfen im mittelalterlichen Stil“ an der TH Karlsruhe berufen wurde.

Ab dem folgenden Jahr wirkte er zudem als bautechnischer Referent im badischen Finanzministerium. Seine „Sechs Bücher vom Bauen“, die ab 1913 erschienen, blieben unvollendet. Er hatte sich nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 als Kriegsfreiwilliger gemeldet und fiel bereits am 16./17. März 1915 bei Arras in Nordfrankreich. Begraben ist er auf dem Karlsruher Hauptfriedhof.

In seinen letzten Lebensjahren wandte sich Ostendorf gegen die vorherrschenden Stilrichtungen und erregte damit großes Interesse im gesamten deutschsprachigen Raum. Er forderte, wieder an die architektonischen Ideen des Spätbarock und des Klassizismus anzuknüpfen und so zu einfachen und klaren Formen anstelle der von ihm kritisierten „wirren Kompliziertheit“ zeitgenössischer Bauten zurückzukehren.

Diese Vorstellungen setzte er sowohl beim Bau seines eigenen, 1912 bezogenen Hauses (Weberstraße 5) als auch mit der Villa Krehl in Heidelberg in die Realität um. Dabei bezog er die Außenräume, die Gärten, mit ein. Beteiligt war er auch an den Planungen der Gartenstadt in Rüppurr, er überarbeitete den Bebauungsplan. Der von ihm entworfene Eingangsplatz zur Gartenstadt erhielt nach seinem frühen Tod seinen Namen. -vs-

 
 

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