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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Mai 2015

Gemeinderat: Vertrauen sichert sozialen Frieden

 

Sachstandsbericht Wohnungslosenhilfe / In Karlsruhe sind aktuell 500 Menschen ohne Bleibe / Lob für Arbeit der Fachstelle

Erstmals seit 20 Jahren stieg die Zahl wohnungsloser Menschen in Karlsruhe von sonst durchschnittlich 300 auf aktuell über 500 Personen.

Von einer drastischen Zunahme derer ohne Obdach und höherer Verweildauer in den Unterkünften berichtet der neunte Sachstandsbericht zur Wohnungslosenhilfe, den der Gemeinderat am Dienstag zur Kenntnis nahm und mit viel Lob bedachte.

Entspannung ist nach Einschätzung der Fachleute nicht in Sicht. Der enge Mietwohnungsmarkt im Niedrigpreissegment bleibe eine der größten Herausforderungen der Zukunft. 1997 entwickelte die Stadt als lokale Strategie der Armutsbekämpfung das „Gesamtkonzept Wohnungslosenhilfe“. Bislang mit Erfolg.

Den jüngsten Ausschlag nach oben „wollen wir nicht hinnehmen, müssen es aber wohl“ sagte Bürgermeister Martin Lenz. Mehr denn je setze man deshalb auf die Qualität sozialpädagogischer Unterstützung und dezentrale Unterbringung.

Gemischte Gefühle löste der Bericht bei CDU-Stadtrat Thomas Müller aus. Einerseits seien die Nachrichten bedrückend, andererseits lasse die gute Arbeit der Fachstelle Wohnungssicherung hoffen, mit dem Problem „einigermaßen fertig zu werden.“ Karlsruhes Hilfekonzept sei so gut, dass es andere Städte nachahmten, setzte SPD-Stadträtin Gisela Fischer auf bewährte Bausteine. Künftig wollte sie unter anderem die Landkreise verstärkt in die „Sozialregion“ eingebunden und mehr Menschen in Arbeit gebracht wissen.

„Weitermachen“ motivierte GRÜNE-Stadtrat Alexander Geiger, jede wohnungslose Familie „ist eine zu viel“. Überproportional hoch sei der Anteil an Migranten, die eine Wohnung trotz Erwerbestätigkeit nicht bezahlen könnten. Dass immer mehr Eltern mit Kindern ihre Bleibe verlieren, sah auch KULT-Stadtrat Max Braun als „Herausforderung“.

Mit der Akquise leerstehender Wohnungen privater Eigentümer begegne die Stadt dem Problem „hervorragend“, lobte Karl-Heinz Jooß (FDP), vermisste allerdings das Mittun des Haus- und Grundbesitzervereins. GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach forderte alles zu tun, die Menschen zu aktivieren und ihnen Zukunftsperspektiven zu geben. Nachbarschaften und Bevölkerung vertrauten der Arbeit der Stadt, stellte OB Dr. Frank Mentrup fest. Dies sei „ein großes Pfund“ und trage zum „sozialen Frieden“ bei. -maf-

 
 

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