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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Mai 2015

Partnerschaft Karlsruhe-Nancy: 60 Jahre erfolgreiche Kooperation

HERZLICH WILLKOMMEN IN KARLSRUHE: OB Dr. Frank Mentrup begrüßte seinen Amtskollegen Laurent Hénart aus Nancy (beide vorne rechte Reihe) und seine große Delegation zum Festakt im Bürgersaal. Foto: Fränkle

HERZLICH WILLKOMMEN IN KARLSRUHE: OB Dr. Frank Mentrup begrüßte seinen Amtskollegen Laurent Hénart aus Nancy (beide vorne rechte Reihe) und seine große Delegation zum Festakt im Bürgersaal. Foto: Fränkle

 

Festakt und Ausstellungseröffnung zum Diamantjubiläum / Vorbild für andere Städte

Die Fächerstadt Karlsruhe und die Stadt der goldenen Tore, Nancy in Lothringen, sind seit 60 Jahren verpartnert. Das feierten die Städte vorige Woche mit einem Festakt im Rathaus und einer Ausstellungseröffnung im Regierungspräsidium am Rondellplatz, in der fast 100 Kunstschaffende aus den beiden Städten ihre Werke zeigen.

OB Dr. Frank Mentrup schaute ein wenig verblüfft, als er das Geschenk auspackte, das ihm sein Amtskollege aus Nancy, Laurent Hénart, mitgebracht hatte. Bis der OB von Nancy verschmitzt aufklärte, dass es sich nur um den Sockel des Tulpengeschenkes handle, das Nancy Karlsruhe als Jubiläumsgabe überreichen wolle.

Den zweiten Teil erhalte Mentrup, wenn er im Oktober zum dortigen Festakt nach Nancy komme. Hénart freilich konnte sein Gastgeschenk komplett mit nach Lothringen nehmen, einen Majolika-Wandteller, auf dem das Karlsruher Rathaus abgebildet ist.

Hénart war mit einer großen Delegation nach Karlsruhe gekommen, um das Jubiläum einer der ältesten Partnerschaften zwischen einer deutschen und einer französischen Stadt zu feiern. Der Festredner sorgte allerdings für eine gewisse Ernüchterung. Prof. Dr. Frank Baasner vom Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg berichtete davon, dass die ersten Partnerschaften bereits Ende der 1940er und Anfang der 1950er Jahre geschlossen wurden.

Gleichwohl bescheinigte er der Partnerschaft zwischen Nancy und Karlsruhe Vorbildcharakter und er bat die beiden Städte darum, sie als Beispiel nennen zu dürfen, wenn sein Institut demnächst eine Studie zu Beziehungen zwischen deutschen und französischen Städten auf den Weg bringen wird.

Ungezählte Kontakte

Sowohl Karlsruhes OB Dr. Frank Mentrup als auch sein Kollege Laurent Hénart aus Nancy hoben in ihren Ansprachen die vielfältigen, ungezählten Kontakte zwischen den Menschen beider Städte hervor -  in der Bildung, im Sport, in der Kultur, zwischen Jugendlichen und auf anderen Gebieten, ebenso wie zwischen den Stadtverwaltungen oder ihnen nahestehenden Unternehmen wie der Energieversorgung.

Vor allem die Bedeutung der Jugend war beiden sehr wichtig. Die ersten Begegnungen zwischen Menschen der beiden Städte aus zuvor verfeindeten Nationen fanden zwischen Jugendlichen statt, zwischen Schülerinnen des Lycée Jeanne d'Arc und des Lessinggymnasiums. Und auch heute gibt es noch 13 lebendige Partnerschaften zwischen Schulen hier und dort. Vor diesem Hintergrund kritisierte vor allem Hénart die derzeit in Frankreich laufende Schulreform mit Abschaffung der zweisprachigen Oberstufenklassen. Aber auch hier fand Festredner Baasner Trost. Denn weil der deutsche Sprachunterricht in den französischen Grundschulen stärker gefördert wird, sieht er auch weiterhin Chancen für die Sprache des Nachbarn.

Nach dem Festakt eröffneten Mentrup, Hénart und Regierungspräsidentin Nicolette Kressl die Schau "Hommage à Karlsruhe" mit Bildern, Fotografien und Skulpturen von zahlreichen Künstlern, darunter zwölf aus Nancy. -erg-

 
 

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