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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Juni 2015

Feier im Pavillon: Zu Ehren neuer Bürger und der Stadt

FESTLICH gekleidet, erhöhten die Neubürger, OB Mentrup und Rednerin Xeniya Polska das Ambiente der Einbürgerungsfeier im Pavillon. Sie erschien, weil das zwar nicht passe, aber doch gut aussehe, mit Dirndl und ukrainischem Kopfschmuck. Foto: Fränkle

FESTLICH gekleidet, erhöhten die Neubürger, OB Mentrup und Rednerin Xeniya Polska das Ambiente der Einbürgerungsfeier im Pavillon. Sie erschien, weil das zwar nicht passe, aber doch gut aussehe, mit Dirndl und ukrainischem Kopfschmuck. Foto: Fränkle

 

Bewusster Kultur-Cocktail

Es sind bekanntermaßen Neubürger aus anderen Ländern, die Karlsruhe aufbauten und prägten. Das Gros der heutigen, internationalen Bevölkerung stammt nicht aus der Fächerstadt. So bildete eine Einbürgerungsfeier bewusst den offiziellen Auftakt des Festivalsommers im Schlossgarten-Pavillon.

Noch vor dem tatsächlichen Startschuss mit großen Licht- und Musikeffekten Mittwoch und morgen, sorgten das Orchester 2 des Helmholtz-Gymnasiums, die stellvertretend für alle Eingebürgerten sprechende Journalistin Xeniya Polska und festlich gekleidete Männer und Frauen als individuelle Glanzlichter für Feierstimmung.

Letztere hatten, wie OB Dr. Frank Mentrup würdigte, „eine bewusste und sicher nicht immer leichte Entscheidung für die deutsche Staatsbürgerschaft mit allen Rechten und Pflichten, ein neues Heimatland und eine neue Heimatstadt getroffen“. Viele wohnten ja längst in Karlsruhe, dennoch sei dies ein Meilenstein. Er dankte den Anwesenden für den Schritt, zu dem „Verstand und Gefühl“ sie geleitet habe.

Seit 300 Jahren sei diese Stadt eben nur groß geworden, weil sie immer wieder eine neue Heimat bot, in die unterschiedlichste Menschen sich einbrachten. Zum Glück sei das Einbürgerungsverfahren zuletzt durch eigene Anstrengungen vereinfacht worden - ein Grund der wachsenden Nachfrage. „Ich möchte Sie ausdrücklich auffordern“, appellierte Mentrup an den persönlichen Horizont, diesen „weiter als Reichtum zu begreifen, auf den wir alle angewiesen sind“.

Die in der Sowjetunion geborene, „teils in den USA sozialisierte“, charmant wortgewandte Polska präsentierte sich als „eine Art Cocktail“, eine „transkulturelle Frau“ mit steigenden Identitätsproblemen, die aber weder ihre weiter leitenden Wurzeln noch ihre Zufriedenheit mit Wohn- und Arbeitsort Deutschland störten: „Es werden nicht nur Hände und Köpfe gebraucht, sondern man heißt sie auch willkommen.“

Als sie im Kroatien-Urlaub von Deutschen zuerst auf Englisch um Rat gefragt wurde, habe sie sich letztlich verbunden mit dem gemeinsamen Zuhause und erstmals deutsch gefühlt. Typisch deutsch seien Pünktlichkeit, Mülltrennung und der Glaube daran, „dass man etwas beeinflussen kann“. -mab-

 
 

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