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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juli 2015

Partnerschaften: Viren killen Krebs

Siegerin: Margarita Tararasova aus Novosibirsk brachte mit ihrem Vortrag  den Saal zum Toben. Foto: Gerhard Mutz

Siegerin: Margarita Tararasova aus Novosibirsk brachte mit ihrem Vortrag den Saal zum Toben. Foto: Gerhard Mutz

 

Spaß an Wissenschaft mit Deutsch-Russischem Science Slam

Wissenschaft ins Rampenlicht bringen sollen die zweisprachigen, simultan gedolmetschten Science Slams, deren fünfter nun zur Deutsch-Russischen Partnerkonferenz im Karlsruher Kongresszentrum auf die Bühne kam.

Denn "leider nimmt die Liebe zu Naturwissenschaften in einer Welt, die an Komplexität zunimmt, nicht gerade zu", beklagt der studierte biomedizinische Kybernetiker Matthias Platzeck. Deshalb lud der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums wieder fünf junge Forscherinnen und Forscher ein, innerhalb von zehn Minuten verständlich und unterhaltsam eigene Erkenntnisse dem Publikum nahe zu bringen.

Meist  in "coolen Locations" finden diese Events mittlerweile in über 40 deutschen und 15 russischen Städten Fans. Nicht zuletzt sollen so auch die jungen Wissenschaftler untereinander besser vernetzt werden. In Karlsruhe reichte die Spanne vom Herzrasentanz und chemischen Luftsegler über Pop und populäre Kultur sowie unverwüstlichen Schaumbeton bis zur Frage, ob Geld heute nicht zu einer Ersatzreligion geworden ist.

Den Sieger eines Slams bestimmt das Publikum mittels - objektiv gemessenen - lautstarkem und langem Beifall. Und der war an diesem Abend eindeutig: Die Mikrobiologen Margarita Tarasova vom Labor für Bionanotechnologien an der Universität von  Novosibirsk ließ "Viren gegen Krebs" ankämpfen. Denn die seien selbst nicht lebendig, sondern nur Erbanlagen, umhüllt von Protein, verkündete sie.

Werden Viren nun in eine lebendige (Krebs-)zelle gespritzt, schlagen sie sich dort den Bauch voll und verlassen die Zelle danach so ausgeplündert, dass diese kaputt geht. Davor könne sie auch der zelleneigene, schlecht ausgebildete Krebspolizist nicht schützen. Die überraschten Zuhörer erfuhren außerdem, dass ein 90 Kilo schwerer Mensch rund 370 Billionen Bakterien mit einem Gewicht von zwei Kilo beherbergt. -cal-

 
 

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