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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. August 2015

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Kunst und Kultur haben in Karlsruhe ihren Platz

SPD-Stadträtin Elke Ernemann

SPD-Stadträtin Elke Ernemann

 

Eine Entscheidung ist gefallen: Die Künstler hinter dem Hauptbahnhof können die Ateliers rund um das alte Heizkraftwerk hinter dem Hauptbahnhof nicht weiter nutzen. Zu schlecht ist der Zustand der Gebäude, zu groß ist die Sorge von Stadtverwaltung und Gemeinderat, zum Beispiel bei einem Brand für die Folgen zu haften.

Man stelle sich nur vor, Menschen kämen bei einem solchen Unglück in den Ateliers zu Schaden. Die Öffentlichkeit würde zu Recht nach der Verantwortung der Stadt Karlsruhe fragen, die als Eigentümerin der Gebäude für die Sicherheit zuständig ist. Gleichwohl ist eine Sanierung der Gebäude während laufendem Betrieb nicht möglich.

Deshalb traf der Gemeinderat die einzige verantwortbare Entscheidung und ermächtigte die Stadtverwaltung zur Beendigung der Nutzungsverhältnisse mit den Künstlern. Die SPD-Fraktion knüpfte ihre Zustimmung zu einer Räumung der Ateliers aber an eine Bedingung: Das alte Heizkraftwerk hinter dem Hauptbahnhof muss dauerhaft als Ort von Kunst und Kreativität erhalten bleiben. Die Stadtverwaltung nahm diesen Vorschlag auf. Am alten Heizkraftwerk soll künftig der "Kultur- und Kreativpark hinter dem Hauptbahnhof" entstehen.

"Stadtverwaltung und Gemeinderat opfern Kunst und Kultur nicht zu Gunsten von reinen Investoreninteressen."

Mit diesem Grundsatzbeschuss wird deutlich, dass Stadtverwaltung und Gemeinderat Kunst und Kultur nicht zu Gunsten von reinen Investoreninteressen opfern. Der Gemeinderat wird eine Nutzungskonzeption für einen Kultur- und Kreativpark beschließen und es wird geprüft, ob die städtische  Karlsruher Fächer GmbH, die auch schon den Kreativpark "Alter Schlachthof" erfolgreich entwickelt hat, die Aufgabe übernehmen kann.

Damit ist klar, dass der Gemeinderat über die Zukunft des alten Heizkraftwerks mitbestimmt und nicht private Investoren. Schon 2006 beschloss der Gemeinderat, dass hinter dem Hauptbahnhof eine Gewerbebebauung mit dem Schwerpunkt Büros und Dienstleistung entstehen soll. Schon der "Alte Schlachthof" zeigt eindrucksvoll, dass Kultur und Gewerbe sich gegenseitig ergänzen. Den bisher auf dem Areal tätigen Künstlern soll nach Fertigstellung des Kultur- und Kreativparks eine Rückkehr möglich sein.

Dabei werden sie aber nicht mehr die günstigen Mieten von cirka 70 Cent pro Quadratmeter und die heutige "künstlerische Idylle" vorfinden. Doch mit der Entwicklung des alten Heizkraftwerks zu einem Kultur- und Kreativpark wird zumindest  sichergestellt, dass hinter dem Hauptbahnhof kein blutleeres Gewerbegebiet entsteht, sondern auch Kultur und Kreativität ihren Platz in unserer Stadt haben. Deshalb ist die vom Gemeinderat getroffene Entscheidung richtig und verantwortungsvoll.

Elke Ernemann

SPD-Stadträtin

 
 

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