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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 18. September 2015

Gesundheit: Zusammen Sucht vorbeugen

Über 150.000 Euro seit 1990 von AOK für Prävention

Rauschgift, Alkohol, Derivate, Internet, …: Die verbreitetsten Suchterzeuger variierten in den vergangenen 25 Jahren, die Gefahr bleibt. Das gilt aber auch für das ebenso lang währende Engagement der kommunalen Suchtprävention, von Anfang an unterstützt durch die AOK. Mit der nun offiziell überreichten Spende hat die Krankenkasse projektbezogen mit insgesamt mehr als 150.000 Euro geholfen.

Auf diese Kontinuität komme es an, unterstrichen Bürgermeister Martin Lenz und der Geschäftsführer der AOK Mittlerer Oberrhein, Harald Röcker. Der betonte: „Nur durch ein ständiges ‚dran bleiben‘ kann eine erfolgreiche Präventionsarbeit im Rahmen der Suchthilfe gelingen.“

Seit 1990 gestaltet Dieter Moser die städtische Präventionsarbeit. „Damals gab es keine Methoden, gegenüber Süchtigen nur die Alternative Therapie oder Knast, und Prävention war kaum ein Begriff“, schilderte er. Jede Hilfe gelinge nur mit erarbeiteter Motivation der Betroffenen, sonst blockierten sie oder würden „geschickter im Verbergen“. Basis sind Gespräche auf Augenhöhe zu Perspektiven und Konsum. Auf das Vermitteln der Wichtigkeit von Änderungen, das Stärken der Zuversicht komme es an. „Grenzpfosten muss jeder selbst setzen.“

Neben bewährten Anlaufstellen und Initiativen (Hilfe für Kinder von Drogenabhängigen, Schwerpunktpraxis für Substitution, Jugendschutz) fanden allein 2014 über 100 Info-Runden, Seminare, Aufführungen und mehr für über 6.000 Personen statt, um Jugendliche, Lehrer, Öffentlichkeit, Häftlinge, Helfer aufzuklären. Anfang der Neunziger gab es jährlich über 20 Drogentote in Karlsruhe, seit 2002 waren es nie mehr als fünf. „Bei der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen sind die Krankenhauseinlieferungen aufgrund von Alkoholmissbrauch um ein Drittel gesunken“, berichtete Röcker gern zum vergangenen Jahr. Darauf ruhen er und alle Akteure sich aber nicht aus. -mab-

 
 

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