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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 25. September 2015

Kombilösung: „Wendepunkt im Projekt“

Durschlagsfest am Mühlburger Tor. Foto: Kasig

Durschlagsfest am Mühlburger Tor. Foto: Kasig

 

Durchschlagsfest am Mühlburger / OB lobt Meisterleistung / „Giulia“ hat Auftrag erfüllt

„Mission accomplished“ – „Auftrag ausgeführt“, stand auf einem umjubelten Banner, das sich begleitet von Feuerwerk, Badnerlied und Stadtfarben als Höhepunkt des Durchschlagsfests vorige Woche neben „Giulias“ gewaltigem Schneidrad entfaltete. Dass die Tunnelvortriebsmaschine am Ende doch planmäßig den Zielschacht am Mühlburger Tor erreicht hatte, war wahrlich Grund zum Feiern.

Die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft als Bauherrin und die Arge Stadtbahntunnel zelebrierten das Ereignis aufgrund sehr beengter Platzverhältnisse im kleinen Rahmen und bei anhaltendem Regen überwiegend im Zelt. Dort betätigte Tunnelpatin Gerlinde Hämmerle den Feuerwerks-Buzzer, nachdem hinter dem Schneidrad hervorgekommene Mineure ihr die Figur ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara, zurückgegeben hatten, die „Giulias“ Begleiterin war.

Tolle Arbeitsbilanz

Die 80 Meter lange und rund 1300 Tonnen schwere Tunnelvortriebsmaschine hatte auf ihrem 2048 Meter langen Weg  1024 Tunnelringe mit 6144 Tübbingen gebaut. Insgesamt ließ sie gut 135.000 Kubikmeter Erdreich hinter sich. Rund 14.000 Transporte durchquerten die Stadt für den Tunnel, dessen Inbetriebnahme für Dezember 2018 vorgesehen ist.

Giulia nimmt Abschied

„Giulia“ wird inzwischen abgebaut. So weh es tut, sie ziehen zu lassen: 250.000 Euro hätte es allein gekostet, so OB Dr. Dr. Frank Mentrup, das Schneidrad zu erwerben und wo auch immer aufzubewahren. Gerne sprach er von einer „hohen Kunst der Abstimmung“, von einer „Meisterleistung“, dem „großen Wendepunkt in diesem Bauprojekt“. Spätestens jetzt sei „Jedem klar: Die Kombilösung kommt, ab jetzt geht es aufwärts.“ Und: „Wir haben uns an ‚Giulia‘ erfreut und sind ganz stolz, wie toll sie ihren Job erledigt hat.“

Aktueller Baustand

Am Mühlburger Tor dauern indes die Arbeiten am westlichen Eingang zum Tunnel unter der Kaiserstraße an. Die als zusätzliche Sicherung während des Erdaushubs der unterirdischen Haltestellen gedachte Havarieleitung wird rund um die Uhr aufgebaut. Die „Andienöffnung“ auf dem Marktplatz, durch die das Sand-Kies-Gemisch von einem Bagger nach oben befördert wird, ist startklar.

Ende September beginnen die Arbeiten an der „Trompete“, wo die zweigleisige Tunnelstrecke unter der Karl-Friedrich-Straße dreigleisig wird. Im Nordkopf der Station Ettlinger Tor ist die letzte der drei Sohlen betoniert.

Am künftigen Kombibauwerk in der Mitte der Kreuzung Ettlinger Tor hat die Herstellung der Hochdruckinjektions-Sohle begonnen, im südlichen Rampenbereich der Ettlinger Straße ist sie fast beendet. red/mab

 
 

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