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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Oktober 2015

Gemeinderat: Standort ist die richtige Wahl

AUFTANKEN: Direkt an der B 3 beim Umspannwerk können Autofahrer künftig tanken. Die Multienergietankstelle wird auch Flüssiggas, Erdgas sowie Wasserstoff als Treibstoff anbieten. Foto: Fränkle

AUFTANKEN: Direkt an der B 3 beim Umspannwerk können Autofahrer künftig tanken. Die Multienergietankstelle wird auch Flüssiggas, Erdgas sowie Wasserstoff als Treibstoff anbieten. Foto: Fränkle

 

Tankstelle Südtangente: Planverfahren abgeschlossen

An der Südtangente wird die Total Deutschland GmbH auf Höhe der Fiduciastraße eine Tankstelle bauen. Mit dem einstimmigen Satzungsbeschluss beendete der Gemeinderat am Dienstag das Bebauungsplanverfahren für die beim Umspannwerk geplante Multienergietankstelle mit direktem Anschluss an die B 3.

In der Abwägung kamen alle Fraktionen und Gruppierungen sowie OB Dr. Frank Mentrup - wie zuvor bereits der Ortschaftsrat Durlach - zum klaren Votum, dass die Tankstelle unweit des Autobahnanschlusses Karlsruhe-Mitte sinnvoll ist. Im Bebauungsplan hatten viele Einwender aus dem näheren Wohnumfeld massiv gegen die Tankanlage protestiert bis hin zu Unterschriftenlisten. Kritisiert wurde der Standort, weil er mit Verkehrserhöhung, Lärm sowie Lichtemissionen einhergehe, Geruchs- und Schadstoffimmissionen zu befürchten seien und zudem der Weg bereitet würde für eine Rastanlage.

Neben den derzeit üblichen Kraftstoffen soll die von Bund und Land geförderte Tankstelle mit Shopgebäude und Waschhalle auf derzeit überwiegend ackerbaulich genutzter städtischer Fläche auch Wasserstoff als Treibstoff anbieten. Positiv hob der Gemeinderat den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur insbesondere in der Technologieregion Karlsruhe hervor.

Die Tankanlage erhält eine Überdachung mit Photovoltaikanlage. Geplant sind drei Lkw-Stellplätze. Durch die Tankstelle wird Fläche versiegelt, zudem entfällt ein Großteil der vorhandenen Bäume und Sträucher. Eingriffe, die bilanziert wurden und denen im Gebiet sowie andernorts Ausgleichsmaßnahmen gegenüberstehen.

Auf die Argumente der Tankstellen-Gegner gingen im Gemeinderat die Sprecherinnen und Sprecher in ihren Wortbeiträgen ein. Gelobt wurde die Verwaltung von Stadtrat Tom Høyem für die umsichtige und geduldige Auseinandersetzung mit dem Einwendungen aus der Bevölkerung. Der FDP-Fraktionschef sah sich bei den Klagen an das St. Floriansprinzip erinnert.

Stadtrat Hans Pfalzgraf (SPD) betonte, seine Fraktion komme in der Abwägung zu einem Ja, auch, weil durch den Flächennutzungsplan Fakten zugunsten des Vorhabens geschaffen wurden. Angesichts der Bürgerklagen gebe man die Zustimmung jedoch mit „Bauchweh“ und bitte darum, die Bedenken „ein Stückweit zu berücksichtigen“. Ein bisschen Tankstelle geht nicht.“, so Mentrup. Wie er sahen auch Johannes Honnè (GRÜNE) und Hermann Brenk (CDU) als großen Vorteil, dass der Tankstellenverkehr an anderer Stelle herausgeholt werde, etwa aus der Killisfeldstraße. Die dortige Situation mit dem überbreiten Straßenquerschnitt sei ohnehin zu überdenken, fügte Lüppo Cramer (KULT) an. -rie-

 
 

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