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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Oktober 2015

Kombilösung: Teil „Giulias“ bleibt in der Stadt

EIN DRITTEL SCHNEIDRAD plus Tübbinge bleiben da. Foto: KASIG

EIN DRITTEL SCHNEIDRAD plus Tübbinge bleiben da. Foto: KASIG

 

20 Tonnen als Erinnerung / Druckschleuse für Ettlinger Tor in Arbeit

„Niemals geht man so ganz“ heißt es im Schlager. Zur bürgerschaftlichen und städtischen Freude gilt das auch für „Giulia“: Ein etwa 20 Tonnen schweres Element des Schneidrads der Tunnelvortriebsmaschine, die insgesamt rund 1300 Tonnen wiegt, bleibt dauerhaft in Karlsruhe.

Ein Schwertransport brachte das Teil aus Spezialstahl, das ein knappes Drittel des Schneidrads ausmachte, vom Mühlburger Tor zum Großmarktgelände am Weinweg als vorläufige Lagerstätte.

Am Zielschacht war das Symbol der Errichtung des Jahrhundertprojekts samt Werkzeugen wie Doppeldisken und Schälmesser mit Schneidbrennern von „Giulia“ getrennt und an die Oberfläche gehoben worden. Drei Tunnelringe - bestehend aus jeweils sechs Tübbing-Elementen - werden als Zwischenlösung ebenfalls am Weinweg gelagert. Der endgültige Karlsruher Standort des Schneidrad-Teils oder der Tübbinge ist noch offen.

Die übrigen Teile des Schneidrads wurden bereits zum Hersteller, der Herrenknecht AG im südbadischen Schwanau, gebracht, um dort einer neuen Verwendung zugeführt zu werden. Begonnen hat auch bereits die Demontage des Schilds der Tunnelvortriebsmaschine. Ihr Nachläufer sollte im Lauf der Woche durch die Röhre zurück an den Ausgangspunkt Durlacher Tor geschoben und dort in transportfähige Baugruppen zerlegt werden.

Bei den Bauarbeiten hält am Marktplatz die Normalität wieder Einzug: Das an einem Kran hängende, entwurzelte Haus aus der Kunst-Aktion „Die Stadt ist der Star“ ist abgebaut, woraufhin auch dieser Bereich wieder rückgebaut und anschließend mit einer provisorischen Asphaltoberfläche versehen werden kann. Auch die Fläche direkt vor der Evangelischen Stadtkirche wird mit Asphalt wieder für Fußgänger zugänglich gemacht. Zugleich begann der Aushub des Erdreichs unter dem Deckel der künftigen unterirdischen Haltestelle.

Am nördlichen Rand des Marktplatzes, in der Kaiserstraße, wird ein Gleis eingebaut, auf dem später die von Westen nach Osten verkehrenden Bahnen nach der Beseitigung der letzten Verschwenkung fahren werden. Der Rückbau der Verschwenkung wird aber frühestens im nächsten Jahr erfolgen. Am Mühlburger Tor gehen die Arbeiten voran, um der Kreuzung wieder ihre ursprüngliche Gestalt zu verleihen. In der Rampe westlich davon ist die tiefliegende Sohle betoniert, an der Herstellung der Rampenwände wird permanent gearbeitet.

In der nördlich der Kaiserstraße gelegenen Lammstraße stehen bis Mitte Dezember Leitungsarbeiten für Abwasser, Gas und Wasser an. Die Lichtschächte für die Keller der Häuser werden im Zuge dieser Maßnahme ebenso wiederhergestellt wie das Vordach des angrenzenden Bekleidungshauses. Auch dieser Teil der Lammstraße erhält dann eine provisorische Asphaltoberfläche. Während zwischen Ritterstraße und Europaplatz die Havarieleitung aufgebaut wird, ist das östliche Ende des Stadtbahntunnels Kaiserstraße von den Betonagen am Tunnel und an der Rampe geprägt: Im Tunnel werden die Sohlen und in der Rampe die Wände gebaut. Auf dem Baufeld am Durlacher Tor sind inzwischen schon die Stapel mit den nicht mehr benötigten Rohren von den Förder- und Entsorgungsleitungen zu sehen. In der Karl-Friedrich-Straße ist die Straßenoberfläche als Übergang vom Rondellplaz hergestellt. Die Zufahrt vom Rondellplatz ist jetzt wieder möglich - aber keine Durchfahrt bis zum Marktplatz.

Am nördlichen Ende der Karl-Friedrich-Straße ist die Umfahrung des Baufelds für die „Trompete“ in Betrieb gegangen: jener Tunnelteil unter der Kreuzung Karl-Friedrich- und Hebelstraße, in dem sich die zweigleisige Tunnelstrecke auf drei Gleise in der Haltestelle Marktplatz erweitert. Im Nordkopf der Haltestelle Ettlinger Tor gehen derweil die Arbeiten an der Druckschleuse weiter, dem Einstieg in den Tunnel unter der Karl-Friedrich-Straße, der bergmännisch mit höherem Luftdruck ausgebrochen wird. Dies soll das Eindringen von Grundwasser vermeiden. Ein in den Nordkopf gehobener Mobilkran sollte die Tore der Druckschleuse positionieren. Im Südkopf wird für den Zugang Südost die Mittelwand betoniert.

Während die Auftriebsanker für die Sohle im Tunnelabschnitt der Ettlinger Straße südlich der Baumeister-/Hermann-Billing-Straße eingebracht werden, sind an der Haltestelle Kongresszentrum noch vier Betonagen des Haltestellendeckels zu absolvieren. Auf den bereits hergestellten Deckeln wird an den Aufbauten für die Haltestellenentlüftung gearbeitet. Im Tunnel zwischen künftigem U-Halt Kongresszentrum und Rampe beginnt der Aushub des Erdreichs bis zur zweiten Ankerlage. Im Rampenbereich sollten die Hochdruckinjektions-Sohlen diese Woche fertiggestellt werden. Mit dem Pumpversuch zur Sicherstellung der Sohlenqualität wurde begonnen. -red-/-mab-

 
 

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