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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Oktober 2015

Planungsausschuss: Urbanes Leben gestalten

ZÜRICH INSPIRIERT: Urbanes Leben sowie der Zoo führten den Planungsausschuss nach Zürich (im Bild: die Containersiedlung „Basislager“), Foto: Fränkle

ZÜRICH INSPIRIERT: Urbanes Leben sowie der Zoo führten den Planungsausschuss nach Zürich (im Bild: die Containersiedlung „Basislager“), Foto: Fränkle

ZOO ZÜRICH mit einer Artenschutz-Präsentation. Foto: Fränkle

ZOO ZÜRICH mit einer Artenschutz-Präsentation. Foto: Fränkle

 

Exkursion nach Zürich / Reflexion zu Wohnen und Freiräume, Stadtmobilität und Zoo

Zürich wächst - durch nachhaltige Stadtentwicklung. Bei knappen Flächen und enormem Siedlungsdruck. Vorgabe ist, bis 2040 für rund 80.000 Menschen neuen qualitativen Wohnraum zu schaffen. Mit welchen Konzepten, war letzte Woche Thema einer Exkursion des Planungsausschusses. Der Zoo-Rundgang diente der Reflexion für den Masterplan Zoologischer Stadtgarten.

Für den urbanen Entwicklungs-Dreiklang aus verdichteter Wohnraum, Gestaltung von Freiräumen und stadtverträgliche Mobilität „habe ich einige positive Anregungen mitgenommen“, betonte Bürgermeister Michael Obert nach drei Tagen „Züricher Stadtentwicklung in Theorie und Praxis“ - mit dem großen Entwicklungsgebiet Zürich-West, Neu Oerlikon und Glattpark, dem Genossenschaftsprojekt Wohn- und Gewerbebau Kalkbreite sowie den übergreifenden Leitlinien Verkehrskonzept, Stadtraumgestaltung, Hochhauskonzept. Zürich, halb so groß wie Karlsruhe, aber rund ein Drittel mehr Einwohner, „habe eine bemerkenswert lebendige und vielseitige Planungskultur“, so Obert. „Wir haben hier das Ringen um lebendige Quartiere gesehen“, bilanzierte Planungsamtsleiterin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, die von der „konsequenten Haltung“ begeistert war, mit der Lösungen angegangen werden.

Auch Karlsruhe wächst, weshalb „wir dringend neue Baugebiete benötigen und in die Höhe bauen müssen“, erläuterte Hermann Brenk, wo die CDU intensiv hingeschaut hat. In der Umwandlung alter Industriegebiete und Nachverdichtung von Wohngebieten sah Michael Zeh (SPD) die Herausforderung. Wie er möchte Sabine Zürn (LINKE) mehr Genossenschaftsgedanken mehr Stellenwert einräumen, „in Zürich spüre man, dass dieser einer Stadt gut tut“. Bei allen guten Lösungen im Detail ist Zürich für Stadtrat Tom Høyem (FDP) „zu männlich“, das Gesehene habe „für einen Dänen zu wenig Geschichte – zu wenig weibliche Wärme.“ Für Stadtrat Jürgen Wenzel (FM) wiederum strahlt das saubere Zürich „unglaubliche Geborgenheit und Sicherheit aus.“

Auf das Verkehrsmanagement fokussiert Stadttrat Alexander Geiger (GRÜNE) eine wesentliche Erkenntnis, die mit nach Hause genommen wird: „Uns beeindruckte, dass es in weiten Teilen keine Parkplätze im öffentlichen Raum und keine Autos auf Gehwegen gibt.“ Rund 48 Prozent der Haushalte ist mittlerweile autofrei. Die Mobilitätsstrategie „Stadtverkehr 2025“ will die Autodominanz der Verkehrsinfrastruktur für stadtverträgliche Mobilität optimieren.

Eindeutig positiv fiel das Resümee zum Zoo Zürich aus: Die allerorts ablesbare Grundhaltung des „Naturschutzzentrums Zoo“ nehme man bereichernd für die Arbeit am Masterplan Zoologischer Stadtgarten mit, war man sich einig. Der Zoo zeige beispielhaft, wie man die Zootiere als Botschafter ihrer Art mit konkreten Erhaltungsprojekten in der Natur verknüpft, so Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt. -rie-

 
 

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