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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2015

Gemeinderat: Joint am Runden Tisch

 

Expertengremium soll sich mit Thema Cannabis befassen

Einen „Runden Tisch Cannabis“, an dem sich Experten aus Suchthilfe, Medizin, Sozialpädagogik, Polizei und Bürgerschaft mit der gesamten Thematik auseinandersetzen und die Bedeutung für Karlsruhe diskutieren, hält das Bürgermeisteramt für „wünschenswert“. Der Gemeinderat sah dies auf seiner jüngsten Plenarsitzung ebenso und folgte dem Vorschlag von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, das weitere Vorgehen dazu im Jugendhilfeausschuss zu beraten.

Damit fand auch ein Teil eines Antrags der KULT-Fraktion das Plazet des Gremiums. Der weitere Teil des KULT-Vorstoßes hingegen, der zum Ziel hatte, die Stadt solle beim Bundesinstitut die Erlaubnis zur kontrollierten und lizenzierten Abgabe von Cannabisprodukten beantragen, kam aufgrund der Rechtslage nicht zur Abstimmung.

Gleichwohl erläuterten Fraktionen und Einzelstadträte in einer kurzen Debatte ihre unterschiedlichen Positionen zur Bewertung des Kiffens. KULT-Stadtrat Max Braun plädierte für Legalisierung, versprach sich dadurch „mehr Reinheit der Produkte“, fand die „negative Wirkung von Cannabis geringer als die von Alkohol“ und führte „die heilsame Wirkung bei bestimmten Krankheiten“ ins Felde.

CDU-Stadtrat Dr. Thomas Müller hingegen betonte, Cannabis verursache „Probleme für das Kurzzeitgedächtnis“, schädige die Entwicklung junger Menschen und sah „keinen Grund für eine lizenzierte Freigabe“. Wie auch FDP-Fraktionschef Tom Høyem: „An Ressourcen schwache Menschen bezahlen Missbrauch mit psychischen Störungen.“ Beide sprachen sich dennoch für den Runden Tisch aus, ebenso wie Yvette Melchien (SPD), Joschua Konrad (GRÜNE), Friedemann Kalmbach (GfK), Niko Fostiropoulos (Die Linke) und auch Jürgen Wenzel (Freie Wähler). -trö-

 
 

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