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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. Dezember 2015

Kultur: Kirchner - der Maler als Fotograf

SCHWEIZER MODERNE: Die „messmer foundation“ zeigt André Evards Gemälde „Phoebus“. Es entstand 1956. Foto: pr

SCHWEIZER MODERNE: Die „messmer foundation“ zeigt André Evards Gemälde „Phoebus“. Es entstand 1956. Foto: pr

DIE TÄNZERIN NINA HARD, fotografiert von Ernst Ludwig Kirchner. Foto: pr

DIE TÄNZERIN NINA HARD, fotografiert von Ernst Ludwig Kirchner. Foto: pr

 

art“ im Februar / „Mensch.Markt.Kunst“

Die „art Karlsruhe“ wird sich auch in der 13. Ausgabe treu bleiben und setzt dabei mit dem Slogan „Mensch.Markt.Kunst“ auf das Spannungsfeld von Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst.

Nicht Wachstum stehe im Vordergrund, sondern Verfeinerung des Konzepts und Qualität, unterstrich Kurator und „art“-Gründer Ewald Schrade bei der per Videostream übertragenen Pressekonferenz in der Städtischen Galerie. Früher als üblich versammeln sich Kunstgemeinde und 211 Galeristen aus 13 Ländern in den Karlsruher Messehallen. Statt im März findet die „art“ vom 18. bis 21. Februar statt und kann wegen des vorgezogenen Termins umschwärmte Neuzugänge wie das Dortmunder Familienunternehmen Utermann vermelden. „art“-Premiere hat auch die renommierte Galerie Meyer Riegger (Berlin/Karlsruhe), deren Teilnahme wegen Überschneidungen mit anderen Kunstmärkten bislang nicht möglich war.

Zu den Höhepunkten 2016 zählen die Sonderschau der „messmer foundation“ mit Werken von André Evard, einem wegweisenden Maler der Schweizer Moderne, aber auch die des Kirchner Museums aus Davos. Die Präsentation setzt neben Gemälden und Drucken Ernst Ludwig Kirchners einen besonderen Akzent auf dessen unbekanntes fotografisches Schaffen. Gezeigt werden unveröffentlichte Fotoarbeiten des Expressionisten aus den Jahren 1909 bis 1938. Akribisch dokumentierte er seine Werke, fotografierte aber auch Landschaften sich selbst und andere. „Wir können die Entstehung von Gemälden zeigen, wie er Bildideen gefunden und umgesetzt hat“, erläuterte Museumsdirektor Dr. Thorsten Sadowsky.

Einen starken Auftritt atelierfrischer zeitgenössischer „Ware“ garantieren Aussteller wie Anna Jill Lüpertz (Berlin), das Fritz-Winter-Atelier (Diessen) und die Steinberger Galerien (Weikersheim). Auch Paul Critchleys begehbare Installation „Art House“ (anOTHER art gallery) gehört dazu. Besucher können durch Wohnzimmer, Küche, Bad und Schlafzimmer flanieren und stoßen auf typische Möbelstücke und Interieurs – nur eben nicht als reale Objekte, sondern als Malerei. „Wir setzen selbst keine Trends“, sagte Messechefin Britta Wirtz. Man beobachte stattdessen, „welche Galerien etablierte Positionen vertreten“ und welche „risikofreudig bemüht“ seien, „bildnerischen Nachwuchs zu finden und in die Öffentlichkeit zu führen“. -maf-

 
 

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