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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. Dezember 2015

Zehn Jahre Radlerforum: Rad-Elan beibehalten

HUNDERTE ÜBERDACHTE UND ÜBERWACHTE Abstellplätze bietet die Fahrradgarage am Hauptbahnhof. Foto: Fränkle

HUNDERTE ÜBERDACHTE UND ÜBERWACHTE Abstellplätze bietet die Fahrradgarage am Hauptbahnhof. Foto: Fränkle

 

Radschnellweg in Region / Dauerthema Verkehrssicherheit

Vom Quasi-Absteiger zum Aufsteiger mit agilem Anspruch, zum Vorreiter: Karlsruhe hat seit 2005 viel erreicht – und möchte in Sachen Radförderung weiterhin am Ball bleiben.

Vor zehn Jahren: Das Thema Radverkehrsförderung könne mit einem Geisterfahrer beschrieben werden, der seinen Weg im Verkehr suchen muss, so der erste Bürgermeister mit Rad-Zuständigkeit, Ullrich Eidenmüller, im jüngsten Radlerforum. Mittlerweile werde Radverkehr ganzheitlich als städtische Querschnittsaufgabe wahrgenommen, betonte Planungsamtsleiterin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner.

Die Zehnjahres-Bilanz zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe - getragen von parteiübergreifendem Konsens - kann sich also sehen lassen. Ein Rädchen im Gesamtsystem ist das Radlerforum. Vor zehn Jahren tagte das Expertengremium mit Vertretern aus Politik und Verwaltung, Verbänden sowie weiteren mit dem Radverkehr befassten Institutionen erstmals.

Es steht beispielhaft dafür, dass die Zeiten, in denen sich Radverbände und Verwaltung wechselseitig misstrauisch beäugten, längst vorbei sind. Heute ist es ein gemeinsames Arbeiten am gleichen Ziel. Das Jubiläumsforum gab Anlass, selbstbewusst auf das mit dem „20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs“ Erreichte zurückzublicken. Nun nicht anhalten, sondern den Schwung - mit diversen Auszeichnungen (seit einem Jahr etwa ist Karlsruhe Süddeutschlands Fahrradstadt Nummer eins) - nutzen für die „künftige Fahrradstadt Nummer eins in Deutschland“, lautete der Wunsch. Einhergehend mit dem im Integrierten Stadtentwicklungskonzept verankerten Ziel, den Radanteil bis 2030 auf 30 Prozent (2012: 25 Prozent) zu erhöhen.

Mehr Abstellanlangen

Beim Ausblick durch Referenten sowie Forumsmitglieder zur Sprache kamen nicht nur Radschnellwege mit Vernetzung ins Umland, breitere Spuren mit Blick auch auf Lastenräder, „Grüne Welle für Radler“ sowie multimodale Mobilitätsstationen: Auch schon Bekanntes müsse angepackt werden - dort, wo Karlsruhe vom eigenen Erfolg überrollt wurde oder noch Nachholbedarf hat. Das Ziel, die Radunfälle bis 2010 um 15 Prozent zu senken, wurde bislang nicht erreicht. Mit einem Verkehrssicherheitskonzept für alle Verkehrsarten will die Stadt seit 2014 hier weiter vorankommen. Allerdings: „Unter Berücksichtigung des gestiegenen Radaufkommens ist das Unfallrisiko für den einzelnen Radfahrer deutlich vermindert worden“, betonte Dankmar Alrutz von PTV Hannover, dessen BYPAD-Audit 2005 die Basis für das 20-Punkte-Programm schuf.

Radparken in Parkhäusern?

Weiterer Knackpunkt: Radabstellanlagen. Die Fahrradstation am Hauptbahnhof ist mittlerweile voll ausgenutzt, es gibt mehr Abstellanlagen - aber es reicht noch lange nicht. „Wer Vorbild-Radstadt werden will, muss mehr und besseres Fahrradparken - auch überdacht – anbieten“, war sich Alrutz mit Michael Adler einig, dessen Agentur fairkehr die Radkampagnen der Stadt betreut. Eine Anregung, die Bürgermeister Michael Obert mitnahm: Wie wäre es mit Radparken in Parkhäusern? Karlsruhe ist Heimatstadt des Fahrraderfinders Karl Drais. Das soll 2017 im Rahmen der Heimattage mit „200 Jahre Fahrradjubiläum“ gefeiert werden, kündigte Stadtmarketing-Geschäfts­führer Norbert Käthler an. Für die Radiale 2017 (24. bis 28. Mai) geplant sind Welttreffen historischer Räder mit Hochrad-WM, Drais Challenge oder auch Dialoge zur Stadtmobilität. In der Überlegung sei zudem eine Ausstellung „Das Fahrrad in der Kunst“, so Käthler. -rie-

 
 

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