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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Februar 2015

Neues Stadion: Staffelmiete nach Ligazugehörigkeit

VOLLBESETZTE RÄNGE und einen wirtschaftlichen Schub erhoffen sich Stadt und KSC im neuen Fußballstadion im Wildpark. Foto: Fränkle

VOLLBESETZTE RÄNGE und einen wirtschaftlichen Schub erhoffen sich Stadt und KSC im neuen Fußballstadion im Wildpark. Foto: Fränkle

 

Hauptausschuss stimmt dem zwischen Stadt und KSC abgestimmten Pachtmodell zu

Der nächste Schritt auf dem Weg zum neuen Fußballstadion ist gemacht. Der Hauptausschuss stimmte am Dienstag zu, einen "Letter of Intent" mit dem KSC als Grundlage für die abschließenden vertraglichen Vereinbarungen abzuschließen. Fünf Gegenstimmen kamen von Grünen, Linken und AfD.

"Orientiert nach der Ligazugehörigkeit der letzten zehn Jahre können wir nach 33 Jahren ein betriebswirtschaftlich ausgeglichenes Ergebnis", stellte OB Dr. Mentrup dem Ausschuss das mit dem KSC abgestimmte Pachtmodell vor. Danach hat der KSC im neuen Stadion eine an der Spielklasse gebundene jährliche Festpacht zu entrichten.

Zu zahlen sind in der Ersten Liga 3,5 Millionen Euro, in der Zweiten Liga 1,5 Millionen Euro, in der Dritten Liga und Regionalliga 400.000 Euro. Die Festpacht erhöht sich alle zwei Jahre um 5 Prozent. Hinzu kommt eine Instandhaltungspauschale von 240.000 Euro, die sich bei einer Zugehörigkeit zur Ersten oder Zweiten Liga ab dem sechsten Jahr auf 850.000 Euro erhöht. Zudem erhält die Stadt 20 Prozent der Netto-Ticketumsätze, die über einem Saisonschnitt von 18.500 Zuschauern liegen, sowie eine Einmalzahlung von 500.000 Euro bei einem Aufstieg die Erste Liga.

"Faire Lösung"

Von Veranstaltungseinnahmen außerhalb des Spielbetriebs fließt an die Stadt eine Gewinnpauschale von jährlich 100.000 Euro, für die Geschäftsstelle zahlt der KSC 120.000 Euro Jahresmiete.
"Eine faire Lösung, die eine Refinanzierung und dem Verein eine positive Entwicklung ermöglicht", zeigte sich Detelf Hofmann (CDU) erfreut über die Verhandlungsergebnisse. "Das Modell entspricht der Grundlinie, die im Oktober dem Gemeinderat vorgestellt wurde", sah Parsa Marvi (SPD) "die Spielräume so langsam ausgereizt". Lediglich ein Sicherheitszuschlag für Unvorhergesehenes fehle, ist für Erik Wohlfeil (KULT) das Pachtmodell "im Großen und Ganzen in Ordnung.

"Wir sind weiterhin für Umbau und Sanierung", hielt dagegen Bettina Lisbach (GRÜNE) den Neubau für beide Seiten nicht für finanziell tragfähig. "Das ist ein Fall für den Abriss und nicht für eine Sanierung" ging Thomas H. Hock (FDP) "den eingeschlagenen Weg gerne mit". "Die Finanzen sind nicht so, das der Verein oder der KSC das stemmen können" hatte Dr. Paul Schmidt (AfD) an der vorgelegten Wirtschaftlichkeitsberechnung ebenso Zweifel, wie Niko Fostiropoulos (LINKE), der gar "von einer Irreführung der Bürger" sprach. "Das wirtschaftliche Risiko eines Umbaus wäre weitaus größer", stellte Friedemann Kalmbach (GfK) fest, während Tilman Pfannkuch (CDU) den Letter of Intent als "griffige Chance für das weitere Vorgehen" bezeichnete.

Vertragliche Regelungen bis Juni

Wie die Zahlungen des KSC abgesichert und ob dem Verein eine Kaufoption für das Stadion eingeräumt werde, sei noch für den endgültigen Pachtvertrag zu verhandeln, erklärte der OB auf Nachfrage von Dr. Ute Leidig (GRÜNE). Bis zum Juni sollen alle vertraglichen Regelungen mit dem KSC abgeschlossen sein, damit das EU-Genehmigungsverfahren und die Ausschreibung für das Stadion vorbereitet werden können.  - fis-

 
 

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