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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Januar 2016

IT-Sicherheit: Vernetzung ohne Verletzung

 

Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit am KIT / Bundesforschungsministerium unterstützt „Kastel“ weiter / Förderbescheid übergeben

Seit 2011 fördert die Bundesregierung deutschlandweit drei Kompetenzzentren für Cybersicherheit. Eines davon ist das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (Kastel) am Karlsruher Institut für Technologie. Vorige Woche erhielt Kastel den Förderbescheid für die nächste Phase.

Für mindestens vier weitere Jahre fördert das Bundesforschungsministerium die Arbeit am Karlsruher Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie. Rund acht Millionen Euro sollen fließen. Einen Förderbescheid übergab vergangene Woche Staatssekretär Stefan Müller an den Leiter des IT-Kompetenzzentrums für IT-Sicherheit am KIT, Professor Jörn Müller-Quade. IT-Sicherheit ist wichtig für Unternehmen, für Behörden und natürlich auch für Privatpersonen. Schließlich ist Privatsphäre ein hohes Gut und Cyberkriminalität an der Tagesordnung. „Kastel hat einen interdisziplinären Zugang“, erläutert Müller-Quade, dass es in Karlsruhe vor allem um die Methodik von IT-Sicherheit gehe. „Wir wollen in Modellen nachweisen, dass Sicherheit garantiert werden kann“, so der Kastel-Sprecher. Daran arbeiten im Rahmen von Kastel auch das Fraunhofer IOSB und das Forschungszentrum Informatik. Außerdem gibt es eine Zusammenarbeit mit Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative und CyberForum.

Das Fraunhofer IOSB stellte anlässlich der Übergabe eine digitale, datenschutzkonforme Sturzerkennung für Patienten im Krankenhaus vor. „Nurse Eye“ heißt das System, das vor allem für Flure gedacht ist. Eine Software errechnet aus Videodaten, ob ein Patient gestürzt ist und löst Alarm auf mobilen Endgeräten aus. Erst wenn der Alarm bestätigt wird, kann das Pflegepersonal Zugriff auf Klarbilder erhalten. So wird die Privatsphäre der Patienten geschützt. Über Monitore können Pfleger dann Kontakt mit den Patienten aufnehmen und sie informieren, dass Hilfe kommt.

Ein weiteres Beispiel für die Arbeit der Wissenschaftler bei Kastel ist die Entwicklung von Kommunikationsprotokollen, die verhindern, dass digitale Stromzähler die Privatsphäre verletzen. Laut einer EU-Richtlinie sollen sie bis 2020 in mindestens 80 Prozent aller Haushalte installiert sein. Sie übermitteln aber permanent Daten, die bei entsprechender Auswertung einen erschreckend detaillierten Einblick in die Lebensgewohnheiten der Verbraucher erlauben. Bis hin zur Lautstärke des Fernsehers. -res-

 
 

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