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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Januar 2016

Kombilösung: Start für Sabine-Tunnel

ZWEI BESONDERE FRAUEN, Spitzenkanutin Sabine Volz als Patin sowie figürlich als Patronin die Heilige Barbara, waren essenziell für den feierlichen Auftakt des zweiten Tunnelbaus der Kombilösung. Foto: Fränkle

ZWEI BESONDERE FRAUEN, Spitzenkanutin Sabine Volz als Patin sowie figürlich als Patronin die Heilige Barbara, waren essenziell für den feierlichen Auftakt des zweiten Tunnelbaus der Kombilösung. Foto: Fränkle

 

Kanutin ist Patin / Weiterer Meilenstein für Kombilösung / Überdruck als besondere Herausforderung

Bergmännisch und wegen des Grundwassers bei Überdruck entsteht zur Kombilösung in den nächsten Monaten der Sabine-Tunnel zwischen Marktplatz und Nordkopf der künftigen U-Station Ettlinger Tor. Das Anschlagsfest vorigen Dienstag bildete den Start.

Für eine stets hart Trainierende auf EM- und WM-Niveau, Kanutin Sabine Volz vom Karlsruher Erfolgsverein Rheinbrüder, war das aufmerksam verfolgte Leiterbesteigen tief unter der Karl-Friedrich-Straße keine sportliche Herausforderung, aber eine besondere Ehre: Zur stolzen Patin für den 250-Meter-Tunnel auserkoren, platzierte sie dabei eine Figur der Schutzpatronin aller Tunnelbauer. Das Startsignal: „Ohne die Heilige Barbara geht keiner in den Tunnel“, berichtete der katholische Dekan Hubert Streckert in seiner Andacht mit dem evangelischen Dekan Dr. Thomas Schalla von einem Mineur.

Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der wie Helmut Göhringer, Geschäftsführer der ausführenden BeMo Tunneling GmbH, von einem Meilenstein sprach, hatte augenzwinkernd sogar eine Nothelfer-Rolle für Volz im Sinn: „Wenn das Wasser doch kommt, stehen Sie mit Ihrem Kanu bereit, um alle Mineure hier in Weltbestzeit herauszubringen.“ Im nächsten Atemzug versicherte er sein großes „Vertrauen in unsere Fachleute“ und die hochentwickelte Technik. „Ich gehe davon aus, dass, wenn wir uns im September“, anvisierte Fertigstellung, „wiedersehen, ein weiterer wichtiger Schritt geschafft ist und der Kombilösung nichts mehr im Wege steht“. Um dem Grundwasser entgegenzuwirken, ein Fluten des entstehenden Baukörpers zu unterbinden, erfolgt der Vortrieb bei Überdruck von etwa 1,2 bar – wie in zwölf Metern Wassertiefe. Zudem ist der dazu speziell zu schützende historische Landgraben zu unterqueren und die so genannte Trompete zu meistern: Kreuzung Karl-Friedrich-/Hebelstraße, wo zur größten U-Haltestelle Marktplatz hin aus zwei Gleisen drei werden.

Derweil arbeiten die Kombibauer nach der Weihnachtspause an den diversen Baustellen wie vorgesehen seit 7. Januar weiter. Unterstützend zum Tunnelvortrieb werden die Injektionen von Feststoff und Weichgel im 24-Stunden-Betrieb in der Trompete fortgesetzt. Im Kombi-Bauwerk mit Bahn- und Autotunnel, das auf der Mitte der Kreuzung Kriegs-/Ettlinger Straße entsteht, verankern die Arbeiter die Sohle. Nachdem der Deckel des Halts Kongresszentrum überschüttet wurde, beginnt dort der Straßenbau. Die Verlegung des Süd-Nord-Verkehrs auf die neue Fahrbahn soll noch im Januar erfolgen.

Während der Aushub am Marktplatz durchgängig zehn Meter tief reicht, beginnt er nun auch am Kronenplatz – mit Folgen für die Verkehrsführung. Vom Durlacher Tor aus kann man nicht mehr bis Waldhornstraße fahren, sondern wird rechts über die Englerstraße gen Norden geleitet. Wer am Mühlburger Tor von Westen nordwärts möchte, findet bis Freitag, 29. Januar, eine verkürzte Linksabbiegerspur vor. Bei zeitweiser Vollsperrung bleibt die Umrundung des Kaiserplatzes, um rechts in die Reinhold-Frank-Straße abzubiegen. Es geht auch 2016 voran. Das Lebensmotto der Tunnelpatin in ihrem Rheinbrüder-Profil passt genau: „Der Weg ist das Ziel!“ -red-/-mab-

 
 

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