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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 22. Januar 2016

Kultur: Ängste abbauen

Fluchtweg Fünfundzwanzig

Fluchtweg Fünfundzwanzig

 

Studenten erzählen Lebensgeschichten von Flüchtlingen

Rund 185.000 Asylsuchende kamen 2015 in den Erstaufnahmestellen Karlsruhe, Mannheim, Ellwangen, Meßstetten, Wertheim und Donaueschingen an. In Baden-Württemberg geblieben sind rund 100.000. Wer sind diese Menschen, was haben sie erlebt?

25 Lebensgeschichten lassen sich jetzt in dem Buch „Fluchtweg Fünfundzwanzig“ nachlesen, das Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie herausgegeben haben. Sie besuchten die Flüchtlinge und haben sich deren Geschichte erzählen lassen. „Wir wollen Berührungsängste abbauen, die öffentliche Diskussion versachlichen und so gut wir können vor Ort helfen“, schreibt das Team im Vorwort.

Frauen und Männer aus Syrien, Gambia, Nigeria, Afghanistan, Pakistan, Libyen, Irak, Russland, Bosnien und Kosovo vertrauten den Studenten ihre Erlebnisse an. Erzählen, warum sie ihre Heimatländer verlassen haben, was sie auf der Flucht erlebten und was sie sich in Deutschland erhoffen. Da ist zum Beispiel Osayi, eine Frau aus Nigeria, die mit falschen Versprechungen nach Italien gelockt und dort zur Prostitution gezwungen wurde. Oder der 22-jährige Noor aus Afghanistan, dessen Brüder von den Taliban entführt wurden. Er floh zunächst in den Iran, in der Türkei war dann in der Gewalt von Lösegelderpressern.

Die rund 20 Autorinnen und Autoren liefern wichtiges Hintergrundwissen: über das Asylverfahren und die Herkunftsländer der Asylsuchenden. Gestaltet haben das Buch mit Fotos von Martin Gommel, Lisa Hess und Massimiliano Audretsch zwei Studierende der HfG Karlsruhe. Bezogen werden kann der 183 Seiten starke Band für 9.95 Euro über www.fluechtlingszeit.de. Unterstützung für das Projekt kam auch vom Kulturamt der Stadt. -res-

 
 

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