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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Januar 2016

Forschung: Für sicheres automatisiertes Fahren

KIT, FZI und Universität Ulm bündeln ihre Kräfte im neuen Tech Center a-drive

Seit vielen Jahren forscht das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erfolgreich an der Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Und auch das am KIT beheimatete FZI Forschungszentrum Informatik – gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer – beschäftigt sich seit Langem mit zentralen technischen Herausforderungen des automatisierten Fahrens.

Wie das KIT mitteilt, bündeln nun diese beiden Einrichtungen und die Universität Ulm ihre Kompetenzen im Tech center a-drive. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat das neue Zentrum in Ulm, zu dem die Daimler AG fünf Millionen Euro beisteuert, kürzlich eröffnet.

Forschungsministerium und Wirtschaftsministerium geben jeweils 1,25 Millionen Euro. Forschungsziel des Tech Center a-drive ist es, die Robustheit der Wahrnehmungs- und Handlungsplanung automatisierter Fahrzeuge zu verbessern. Die Ulmer Wissenschaftler bringen unter anderem ihr Know-how zu Sensorik und Sensorsignalverarbeitung ein, das KIT ist mit seinem Institut für Mess- und Regelungstechnik und dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse beteiligt (ITAS).

Da automatisiertes Fahren jede Menge rechtliche, ethische und soziale Fragen aufwirft, soll das ITAS die Sicht der Bürger untersuchen. Das FZI ist an drei Projekten im Tech Center a-drive beteiligt und wird sich vor allem mit der Frage befassen, wie ein automatisiertes Auto schnell, zuverlässig und sicher auch auf schwer vorhersehbare Situationen reagieren kann. Schließlich soll das Auto der Zukunft nicht nur kollisionsfrei und regelkonform fahren, sondern auch effizient und kooperativ.

Außerdem arbeitet das FZI laut KIT daran, dass autonome Fahrzeuge auch in schwierigen Verkehrssituationen zuverlässig sind. „Für einen Menschen als Autofahrer ist es einfach, auf Verkehrssituationen zu reagieren“, erläutert Professor J. Marius Zöllner. Für automatisierte Fahrzeuge seien jedoch Fußgänger, die eine Straße überqueren wollen, oder Lieferfahrzeuge, die kurzfristig den Fahrstreifen blockieren, eine Herausforderung, so der FZI-Direktor. KIT-Präsident Professor Holger Hanselka ist überzeugt: „Autonome Fahrzeuge helfen den Menschen dabei, sich sicherer von einem Ort zum anderen zu bewegen und auch im Alter mobil zu sein.“ -res-

 
 

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