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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. Januar 2016

Zoologischer Stadtgarten: Unterhaltsamer Info-Mix

WARUM, WIESO, WESHALB? Tiertrainerin Vollhardt hat mit den Tierpflegern Lehrreiches rund um Robben ausgearbeitet. Foto: Fränkle

WARUM, WIESO, WESHALB? Tiertrainerin Vollhardt hat mit den Tierpflegern Lehrreiches rund um Robben ausgearbeitet. Foto: Fränkle

 

Kommentierte Fütterungen bei Robben und Elefanten

Wenn im Zoo Karlsruhe die Seelöwen angesichts des Eimergeklappers sichtlich unruhig werden, dann erwartet die Besucher seit einigen Tagen nicht nur munteres Fischefangen von Seelöwenbulle Stevie und seinem Harem. Thomas Ramm und Moritz Ehlers oder ein anderes Tierpfleger-Duo setzen auch ihre Headsets auf – und während einer die Tiere füttert, stellt sein Revier-Kollege die einzelnen Tiere vor. Und das jeden Tag um 11 und 16 Uhr.

Kommentierte Fütterungen gibt es zudem bei den Elefanten (10 und 16 Uhr). „Im Zoo haben wir eine übergeordnete Philosophie, wie wir Tiere sehen - in Respekt vor den Tieren und deren Bedürfnissen. Sie sind Botschafter ihrer natürlichen Lebensräume“, erläutert Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt. „In diesem Sinne wollen wir den Besucherinnen und Besuchern unsere Tiere so nahe wie möglich bringen“, erklärt Reinschmidt, warum Tiertraining ein ganz wichtiger Schlüssel für das „Natur-Fenster Zoo“ ist.

Mit Claudia Vollhardt hat er eine äußerst erfahrene Tiertrainerin zur Seite. Seit Anfang Januar ist die Biologin als Zooinspektorin im Zoo tätig - bringt zehnjährige Erfahrung als Teamleiterin und Tiertrainerin im Loro Parque (Teneriffa) ein. Eine ihrer Aufgaben ist es, das konzeptionelle Drehbuch für die Vermittlung von Wissen über die Karlsruher Zoo-Tiere zu entwickeln. Gemeinsam mit dem Tierpfleger-Team arbeitet die Biologin derzeit an diesem Live-Unterricht Biologie. „Die Tiere, die Belegschaft und die Gäste, das gehört für mich zusammen“, ist sie sich mit Reinschmidt einig. „Weshalb wir über kommentierte Tierfütterungen den Besuchern eine Backstage-Sicht ermöglichen wollen“, fügt Reinschmidt an. Auch im Zuge der Entwicklung des Masterplans Zoologischer Stadtgarten tauchte dieser Wunsch auf.

Bei den kommentierten Fütterungen soll es nicht bleiben. Sie werden eingebunden in ein Gesamtkonzept für den „Wissens- und Lernort Zoologischer Stadtgarten“. Und: Die für die Tiere wichtige mentale und körperliche Beschäftigung könne auch für medizinisches Training genutzt werden. -rie-

 
 

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