Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. März 2016

Kultur: Wegweiser für die Moderne

BLICK in die Räume des Max-Reger-Instituts, das nun seit 20 Jahren in der Durlacher Pfinztalstraße 7 beheimatet ist  und von dort das Karlsruher Musikleben bereichert. Foto: Fränkle

BLICK in die Räume des Max-Reger-Instituts, das nun seit 20 Jahren in der Durlacher Pfinztalstraße 7 beheimatet ist und von dort das Karlsruher Musikleben bereichert. Foto: Fränkle

Max Reger Foto: mri

Max Reger Foto: mri

 

Zum 100. Todestag des Komponis-ten Max Reger gibt es dieses Jahr rund 55 Konzerte

Unter dem Motto „Der Fall Reger muss chronisch werden“ gab der Komponist, Pianist und Organist, der am 11. Mai vor 100 Jahren mit nur 43 Jahren starb, als ruheloser Workaholic zahllose Konzerte. Ab 1906 auch in Karlsruhe.

Schaffen wollte Max Reger so „eine Tradition, damit man weiß, wie ich die Werke gespielt haben will“. Intellektuell und technisch komplex, galten sie vielen als zu schwer. Gelebt hat der 1873 in Weiden Geborene unter anderem in Wiesbaden, Meinigen und Jena. Karlsruhe ist dennoch seit 1996 mit dem Umzug des von seiner Witwe Elsa 1947 in Bonn gegründeten Max-Reger–Instituts (mri) zur Reger-Stadt geworden.

Hiesige Musikschaffende widmen dem neben Richard Strauss, Arnold Schönberg und  Gustav Mahler als Schlüsselfigur der Musik des frühen  20. Jahrhundert geltenden Reger daher rund 55 Konzerte. Sie liefern einen Überblick über seine Kammer-, Lied-, Chor-, Orgel- und Orchestermusik.

Das Reger-Institut, dessen Chefin Susanne Popp zudem mit einer neue Biografie aufwartet, hat ihn in einem informativen Programmbuch veröffentlicht (www.max-reger-institut.de).  Stark engagiert sind die Karlsruher Kantoren, die vor allem Regers Orgelwerke als roten Faden durch ihre Programme ziehen, aber auch die Musikhochschule oder der Tonkünstlerverband. So interpretiert der Pianist Markus Becker beim Frühjahrskonzert des mri am 17. März (Musikhochschule, Velte-Saal, 19.30 Uhr)  Klavierkompositionen in h-moll von Scarlatti, Haydn, Berg, Brahms und Chick Corea, gekrönt von Regers Variationen und Fuge über ein Thema von Johann Sebastain Bach (opus 81). Für Reger war dessen  Werk  „Anfang und Ende aller Musik“.

Obwohl  Katholik, faszinierte ihn die  evangelische Kirchenmusik, etwa ihre Choräle. Reger wurde zum Vollender der halbtönigen Mehrstimmigkeit Bachs, obwohl er sich klanglich in der Tradition der Romantiker Brahms und Liszt bewegte und den ebenso wie er selbst die Tonalität erweiternden Wagner schätzte.  Dafür steht etwa die Introduction, Passacaglia und Fuge e-moll, opus 127, die unter anderem am 8. Mai, 18 Uhr, beim Wandelkonzert in der Christuskirche von Carsten Wiebusch zu hören ist. Es wird nach einem Empfang um 20.30 Uhr in St. Stephan fortgesetzt, wo Patrick Fritz-Benzing  auch die Phantasie und Fuge über B-A-C-H, opus 46 interpretiert. Das als Hommage an Mozart entstandene Klarinettenquintett A-Dur, opus  46 ist am 26. Oktober in der Musikhochschule mit Wolfgang Meyer und dem Carmina Quartett. zu hören. Motetten gibt es am 15. Juli, 19 Uhr, in der Christuskirche und Kantaten am 20. März, 17 Uhr, unter Leitung von Dominik Axtmann in St. Bonifatius. -cal-.

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe