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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. März 2016

Stadtentwicklung: Coole Quartiere und klare Konturen

UPDATE: Im voll besetzten Südwerk erläuterte OB Mentrup städtische Bekenntnisse zum angestrebten Leitbild. Foto: Knopf

UPDATE: Im voll besetzten Südwerk erläuterte OB Mentrup städtische Bekenntnisse zum angestrebten Leitbild. Foto: Knopf

Debatte: Nach den Referaten wurde an den „Marktständen“ mit diversen Schwerpunkten und Plänen fleißig diskutiert. Foto: Knopf

Debatte: Nach den Referaten wurde an den „Marktständen“ mit diversen Schwerpunkten und Plänen fleißig diskutiert. Foto: Knopf

 

Update des räumlichen Leitbilds im Südwerk / Breit getragener Planungsprozess

Bürger sowie Experten aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft tra-fen sich kürzlich im Südwerk, um ein Update des räumlichen Leitbilds für Karlsruhe vorzunehmen. Dabei handelt es sich um einen Prozess in dem die Stadt neu gedacht wird.

Wie schafft man „Coole Quartiere“, „Grüne Adressen“, eine „Starke Mitte“ oder „Klare Konturen“? Im Laufe der Planung gab es bislang moderierte Spaziergänge, diverse Veranstaltungen oder eine „Lange Nacht der Leitbilder“ mit Referaten und Filmen. „Der Dialog mit der breiten Öffentlichkeit, der Politik und den Gremien ist ein wichtiges Prinzip des Leitbilds. Dieses bildet die Grundlage für die strategische Entwicklung der Stadt und Projekte mit kurzer und langfristiger Perspektive“, sagte OB Dr. Frank Mentrup.

Die Stadt bekenne sich zu folgenden Leitlinien: Grüne Stadt, flächensparende Bodenpolitik, Innenstadt als Ort der Identifikation und Integration, Klimaschutzpolitik. Auch die zukunftsorientierte und wettbewerbsfähige Stadt, in der technologische Entwicklungen eine wichtige Rolle spielen, zählt zu den Losungen wie die vernetzte Stadt mit diversifizierten Mobiltätsangeboten. „Mit diesen strategisch bedeutenden Themen wollen wir das Alleinstellungsmerkmal Karlsruhes stärken. Für ihre große Mitwirkungsbereitschaft bedanke ich mich“, betonte Mentrup.

Der Planungsexperte Prof. Markus Neppl vom KIT, welches das Projekt begleitet, gab einen kurzen Rückblick, sprach von einem „offenen und lebendigen Prozess“. Stadtplanungsamtsleiterin Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner nannte Themen, die für die künftige räumliche Entwicklung relevant seien: Schaffung von bezahlbarem und qualitätsvollem Wohnraum, Sicherung von Wirtschaftsräumen durch Reaktivierung bestehender Gewerbegebiete, Ausbau von nachhaltigen Mobilitätskonzepten und ein Klimaanpassungsplan, um die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.

Mit dem Update wolle man in die Vertiefung der Themen einsteigen. Sie nannte konkret beispielsweise das MiRO-Gelände in Knielingen als eine Jokerfläche, die nach der Energiewende in einigen Jahrzehnten eine wichtige Rolle spielen könnte. Die Nordspange Ost mit Technologiepark oder die Nordspange West mit Grünwinkel seien wichtige Areale. Zudem sei die Auseinandersetzung mit dem Hardtwald als Freiraum-Konzept ein spannendes Thema. „Ideen sind Motoren für die Entwicklung. Ich freue mich über einen breit getragenen Prozess“, unterstrich Karmann-Woessner.

Planungsteams referierten, wie Karlsruhe weiter prosperieren und wachsen könne, ohne dabei seine Schönheit zu verlieren. Ein Landschaftspark mit landwirtschaftlichen Flächen im Norden und klugem Wegesystem, die Identifizierung von Potenzialflächen oder dynamische Bänder im Süden waren Ansätze. Im Quartier Westbahnhof könne eine neue Identität entstehen. Brachen könnten zu Grünverbindungen mutieren und im Gewerbegebiet Einzelhandel, Gastronomie und Kultur einziehen, zudem Nachverdichtung entstehen. An diversen „Marktständen“ gab es dann die Möglichkeit zur Diskussion. Beim Infopoint „Grüne Adressen“ berichtete etwa Gartenbauamtsleiter Helmut Kern, dass im Oberwald, von Joggern, Tierpark-Besuchern und Naherholungssuchenden frequentiert, sanitäre Anlagen und Müllmanagement sowie eine Optimierung des Zugangs Themen werden könnten.

Update 2016: Perspektiven

Ziel des Leitbilds ist es, räumliche Entwicklungsoptionen aufzuzeigen. Es geht innerhalb eines breit getragenen Prozesses darum, kurz- und langfristige planerische Vorhaben zu konkretisieren, Zwischenstände erfahrbar zu machen. Besonderer Fokus wird auf Norden und Süden gelegt. Das räumliche Leitbild kennt viele Diskurs-Varianten. Demnächst werden Beteiligungsformate in den Stadtteilen organisiert. Ende 2016 entscheidet der Gemeinderat über das Konzept. -voko-

 
 

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