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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 11. März 2016

Wochen gegen Rassismus: Vielfalt als Reichtum begreifen

 

Vierte „Wochen gegen Rassismus“ bieten bis 24. März über 100 Veranstaltungen

Den offenen Dialog suchen will die vierte Ausgabe der „Wochen gegen Rassismus“, zu der das städtische Kulturamt und seine vielen Partner noch bis 24. März einladen. Als Teil der bundesweiten „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde“ leistet Karlsruhe mit mehr als 100 Veranstaltungen einen beeindruckenden Beitrag.

Vorträge, Lesungen, Filme, Diskussionen, Ausstellungen, Konzerte und Theaterstücke setzen sich mit Zuwanderung, Diskriminierung oder auch gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinander, schaffen vor allem aber auch Möglichkeiten der Begegnung. Und darum geht es auch OB Dr. Frank Mentrup. Allein Begegnung verhindere, dass sich Menschen ängstlich von Stereotypen leiten lassen und eine Art „Wagenburgmentalität“ entwickeln, sagte er bei der Pressekonferenz am Dienstag vor Beginn des Festivals. Zuwanderung sei „ein Schatz, keine Belastung“.

Als Teil dreier großer Veranstaltungsreihen des Kulturamts stünden außer den Kinderliteraturtagen und den Europäischen Kulturtagen auch die „Wochen gegen Rassismus“ für Toleranz und Vielfalt und ein klar verankertes gesellschaftliches Wertesystem, unterstrich Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche. Während faktisch derzeit Grenzen geschlossen werden, setzten sich Kunst und Kultur darüber hinweg und erlaubten, Fremdheit als Bereicherung und als Glück zu erleben. Am schönsten wäre, es gäbe die Wochen gegen Rassismus nicht, wünschte sich Anita Awosusi. Seit Langem setzt sich die Karlsruher Bürgerrechtlerin, deren Familie im Dritten Reich verfolgt wurde, für Sinti und Roma ein.

Während des Festivals mit Schwerpunkt Antiziganismus liest sie am Mittwoch, 16. März, um 19.30 Uhr im IBZ aus ihrem Buch „Vater unser – oder vom Leben und Leiden des Karlsruher Geigenbauers Hermann Weiß“. Das Tollhaus zeigt die Ausstellung „Typisch ,Zigeuner‘?“, beleuchtet „Mythos und Wirklichkeiten“ in Politik, Film und Medien. Am Dienstag, 15. März, 19.30 Uhr, berichtet dort Jovica Arvanitelli über die „Lebenswirklichkeit von Sinti und Roma in den sogenannten sicheren Herkunftsländern“. -maf-

 
 

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