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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. April 2016

Europäische Kulturtage: Zum Auftakt Premieren

EIN TANZSTÜCK ÜBER EXIL zeigen TanzTribüne und Jazzaret im Tempel. Tänzerisch wird der (fiktive) Fall behandelt, Deutsche müssten aus ihrer Heimat fliehen und alles zurücklassen. Foto: pr

EIN TANZSTÜCK ÜBER EXIL zeigen TanzTribüne und Jazzaret im Tempel. Tänzerisch wird der (fiktive) Fall behandelt, Deutsche müssten aus ihrer Heimat fliehen und alles zurücklassen. Foto: pr

 

Was Kultur beitragen kann, um Fremdheit zu überwinden und sich zu begegnen, wollen die 23. Europäischen Kulturtage (EKT) zum Thema „Wanderungen - Glück| Leid| Fremdheit“ vom 8. bis 24. April zeigen. Sie beginnen am Freitag, 8. April um 19 Uhr im Tollhaus mit der Uraufführung von „When freedom smiles“, einer Komposition des Karlsruher Saxofonisten Peter Lehel für kosmopolitisches Oktett.

Bei der Eröffnung des von Stadt und Staatstheater veranstalteten Festivals sprechen OB Dr. Frank Mentrup, Baden-Württembergs Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche sowie der Generalintendant des Staatstheaters, Peter Spuhler. Ihre Beiträge sind eingebettet in musikalische Performances zugewanderter und einheimischer Jugendlicher. Die Gratis-Tickets sind nahezu komplett vergeben, einige wenige Restkarten gibt es allerdings noch bis vor Veranstaltungsbeginn an der Tollhaus-Kasse.

Nicht nur das Auftaktwochenende, auch das restliche Programm hat es in sich. Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Filme, Lesungen und Diskussionen – mit rund zwei Dutzend Partnern aus Kultur und Wissenschaft lotet das Festival die Facetten von „Wanderungen“ aus, von der Antike bis zur Gegenwart. Es befasst sich mit Heimatverlust, Neugier, mit Trennung und Gefahren, aber auch mit Ankommen und Chancen. Premieren gibt es zuhauf. Im Staatstheater etwa Euripides` Antikriegsstück „Die Troerinnen“ (9. April), vom Tübinger Altphilologen Walter Jens einst „das erste, vom Geist des humanistischen Pazifismus geprägte Drama Europas“ genannt, oder am 24. April „Odyssee“, ein Rechercheprojekt im Kosovo zu Homers Epos.

Neuer Festivalpartner ist die TanzTribüne. Sie steuert im Tempel „home-less: ein Tanzstück über Exil“ bei und wechselt darin die Perspektive - Deutsche sind auf der Flucht und müssen in die Fremde (10. April). Auch das Marotte-Figurentheater erweitert den Kreis und hat zwei rumänische Ensembles zu Gast. Deren Beiträge „Weggefährte“ für Kinder und die „Konferenz der Vögel“ für Erwachsene laufen am 23. April im Tollhaus. Einblicke in die Fluchtumstände der Gegenwart erlaubt die 3D-Installation „Global-is(ol)-ation“ von Gülsel Özkan beim Platz der Grundrechte. Vernissage: 9. April, 15 Uhr. Die Städtische Galerie ist Gastgeberin eines Konzerts mit dem „Studio Vocale“ (10. April) und einer Lesung aus Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ (13. April). Mit seiner Vita geradezu beispielhaft für das EKT-Thema steht der französisch-libanesische Trompeter Ibrahim Maalouf. Sein „den Frauen von heute“ gewidmetes Projekt „Red & Black Light“ im ZKM-Medientheater präsentiert der Jazzclub am 11. April. -red-/-maf-

Programm-Übersicht und Karten

Die Europäischen Kulturtage bieten eine Fülle von Veranstaltungen. Ausführliche Informationen dazu enthält das 180 Seiten dicke Programmbuch, das bei den beteiligten Kultureinrichtungen und im Rathaus am Marktplatz kostenlos erhältlich ist. Wer´s lieber handlich und kompakt mag, ist mit dem übersichtlichen Termin-Leporello gut bedient, der ebenfalls vielfach ausliegt. Karten für die Veranstaltungen des Badischen Staatstheaters hält dessen Kasse zu den üblichen Öffnungszeiten - montags bis freitags von 10 bis 18.30 Uhr sowie samstags bis 13 Uhr - vor. Die Tickets für die Beiträge weiterer Partner und Kulturhäuser sind bei den jeweiligen Einrichtungen und den Vorverkaufsstellen der CTS-Eventim zu bekommen. Näheres zum Festival erfahren Interessierte im Internet unter www.europaeische-kulturtage.de oder unter der Telefonnummer 133-4035.

 
 

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