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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. April 2016

Lärmaktionsplan: Stadt will in den nächsten fünf Jahren 38 Maßnahmen verwirklichen

STADT INVESTIERT in lärmarmen Belag auf der A5 zwischen Autobahndreieck  und südlich von Rüppurr. Foto: MMG

STADT INVESTIERT in lärmarmen Belag auf der A5 zwischen Autobahndreieck und südlich von Rüppurr. Foto: MMG

 

Genau 38 Maßnahmen auf der Straße und fünf auf der Schiene will die Stadt mit der Fortschreibung des Lärmaktionsplans in den nächsten fünf Jahren angehen. Darüber wird der Gemeinderat im Juli entscheiden. Wichtig ist Bürgermeister Klaus Stapf, der das Programm am 4. April den Medien vorstellte, dass die Stadt den Lärmindex bereits von 60 auf 55 Dezibel abgesenkt hat. In anderen Städten liege er noch bei 65 Dezibel.

Den größten Handlungsbedarf sieht Stapf bei der Reduzierung des von Lastern verursachten Lärms, der 20 mal höher ist als der von PKW. Aber als Verkehrsknotenpunkt samt Autobahn könne Karlsruhe nicht wirklich leise werden. Lärmschutz, der aus rechtlichen Gründen weder Baustellen- noch Nachbarschaftslärm beinhalte, bedeute aber auch Gesundheitsschutz. Weil die Belastung durch Lärm oft subjektiv empfunden werde, sei es wichtig, sich „an ein nachvollziehbares Verfahren zu halten“. Rechtliche Grundlagen dafür sind Berechnungen, nicht Messungen, wie sie oft von Bürgern gewünscht würden. Wobei Berechnungen oft höhere Werte ergäben als Messungen.

Die Maßnahmen sind, betont der Umweltdezernent, aus 300 Anregungen der Bürgerinnen und Bürger hervor gegangen. 17 Prozent werden gleich umgesetzt, weitere acht Prozent kommen in die nächste Fortschreibung. Von den aktuellen, fünf Millionen kostenden Vorhaben für zwei Doppelhaushalte beziehen sich 19 auf lärmarme Straßenbeläge, neun sind baulicher Natur und jeweils fünf gelten dem Tempo mit Geschwindigkeitsanzeigen und zusätzlichen Limits. So will die Stadt trotz Zuständigkeit des Bundes als größten Brocken 2,8 Millionen Euro für einen lärmarmen Belag auf der A5 zwischen Autobahndreieck und südlich von Rüppurr investieren. Das reduziert den Krach um vier Dezibel. Auf der nördlichen Seite haben Bund und Land den Belag bereits mit regulärem Waschbeton erneuert. Das brachte eine Reduzierung auf 57 Dezibel.

Die Untermühlsiedlung erhält ab der Abzweigung zur Autobahn bis zur Wertkaufbrücke für 600 000 eine Lärmschutzwand. Beides steht allerdings noch unter Finanzierungsvorbehalt. Bereits im städtischen Haushalt verankert sind lärmarme Beläge bei Bulach, nämlich auf der L 605 für 1,2 Millionen und auf der Eckenerstraße für 350 00 Euro. Zudem setzt das Tiefbauamt im Zuge normaler Sanierungen im Rahmen seines Etats ebenfalls Lärmschutzmaßnahmen um. Ein neue Asphaltmischung, so Umweltamtschef Norbert Hacker ermögliche nun auch innerstädtische Lärmreduzierungen bei langsameren Geschwindigkeiten.

Eine Übersicht ist im Internet unter www.karlsruhe.de/lap2016 zu finden. Bis 15. April nimmt die Stadt hier noch weitere Anregungen entgegen.

 
 

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