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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. April 2016

Kultur: Ein Viertel der Bewohner

VOR BILDERN VON ERICH BAUER stehen dessen Tochter Sigrid Sieber sowie Archiv-Chef Bräunche und EB Jäger. Foto: MMG

VOR BILDERN VON ERICH BAUER stehen dessen Tochter Sigrid Sieber sowie Archiv-Chef Bräunche und EB Jäger. Foto: MMG

 

Ausstellung über Flüchtlingsaufnahme nach dem Krieg

Die Stadt Karlsruhe war nach dem Zweiten Weltkrieg – wie ein Großteil der deutschen Städte – schwer zerstört. Dennoch hatte sie die Aufgabe, eine Vielzahl von Flüchtlingen, Vertriebenen, Kriegsheimkehrern und Rückkehrern aus Evakuierungen aufzunehmen.

Wenig später kamen aus der seinerzeit „Zone“ genannten DDR Geflohene hinzu. Zwischen 1945 und 1960 sind so mehr als 60.000 Neubürgerinnen und -bürger nach Karlsruhe gekommen. Damit waren fast ein Viertel aller Einwohner der Fächerstadt Flüchtlinge oder Vertriebene.

Eine Fotoausstellung in der Krypta der Evangelischen Stadtkirche, unter anderem mit 14 Bildern des Fotografen Erich Bauer, dokumentiert diese wichtige Epoche in der Nachkriegsentwicklung Karlsruhes. Bauer hat sehr genau hingesehen, als es etwa darum ging, dass das erste Aufnahmelager in Knielingen eingerichtet wurde, das dann in die Grenadierkaserne Ecke Moltke- / Kußmaulstraße und später etwas weiter westlich in die Artilleriekaserne umgezogen ist.

Stadtarchivdirektor Dr. Ernst Otto Bräunche und Erster Bürgermeister Wolfram Jäger betonten bei der Eröffnung der Ausstellung „Neue Heimat Karlsruhe“, dass diese angesichts der derzeitigen Flüchtlingsströme mehr Aktualität erfahre als bei der Konzeption vor eineinhalb Jahren, als die Thematik der Europäischen Kulturtage (EKT) festgelegt wurde. Die Ausstellung ist Teil der EKT, ebenso wie die Ausstellung „Lebensleiter“, die parallel im Kirchenraum eröffnet wurde.

Kooperationspartner bei „Neue Heimat“ war die Pädagogische Hochschule. In der gesamten Laufzeit bis zum 22. Mai (täglich 14 bis 18 Uhr, Eintritt frei) sind Studierende der PH in der Ausstellung und werben dafür, weitere Fotos und Exponate für diese Ausstellung und eine weitere zu den Heimattagen Baden-Württemberg 2017 zur Verfügung zu stellen. -erg-

 
 

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