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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. April 2016

Stadtentwicklung: Strahlkraft für City

NICHT GERADE EINLADEND, wie diese Überführung der Fritz-Erler-Straße nahe des Kronenplatzes, sind weite Teile der Infrastruktur  der Innenstadt-Ost. Eine Sanierung soll sie beleben. Foto: MMG

NICHT GERADE EINLADEND, wie diese Überführung der Fritz-Erler-Straße nahe des Kronenplatzes, sind weite Teile der Infrastruktur der Innenstadt-Ost. Eine Sanierung soll sie beleben. Foto: MMG

 

Innenstadt-Ost soll sicherer und lebendiger werden / Auftakt zur geplanten Sanierung rege genutzt

Prägende Blockbebauung, vernachlässigte Plätze sowie eine Abwärtsspirale in Geschäfts- und Wohnwelt erfordern ein Gegensteuern zur Aufwertung der Innenstadt-Ost. Der angestrebten Sanierung des Stadtteils widmeten sich unlängst initiierend Projektverantwortliche und rund 200 Gäste im Bürgersaal des Rathauses.

„Der Abrissbagger entsprach dem Geist der Zeit“, pointierte Stadtplaner Thomas Sippel, was die umstrittene Kernstadt-Sanierung nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg heute zum Problem macht. Dem Stadtteil Innenstadt-Ost fehlt es vor allem abseits der Dörfle-Struktur an Charisma und mit der von der Fritz-Erler-Straße durchbrochenen Fächerung an Strahlkraft. Das KIT dominiert, korrespondiert aber nicht mit seiner Nachbarin, der gen Osten unattraktiver werdenden Kaiserstraße. Der Kronenplatz – einst festlich, wie ein älterer Bürger berichtete – wird inzwischen als Gegenteil eines Wohlfühlorts wahrgenommen. All das und mehr sind Gründe und Hebel, ein Konzept zu erstellen, um den Stadtteil attraktiver zu gestalten.

Die Auftaktveranstaltung unter Einbindung der rege interessierten Bevölkerung wollte bewusst keine Denkverbote zulassen, zeichnete zugleich aber Schwerpunkte und Ideen, wie sie angegangen werden könnten – oder eben nicht. Legitimation ist ein Gemeinderatsbeschluss vom vergangenen Juni, dem eine Bestandsanalyse folgte. Sicherheit und Sauberkeit sind für Anwohner und Publikum von herausragender Bedeutung. Das untermauerten erste rasch ermittelte Ergebnisse einer aktuellen Eigentümerumfrage im Untersuchungsgebiet. Und das ergab nun im Anschluss an erläuternde Vorträge das Ideensammeln an drei Plätzen mit aufschlussreichen Karten an Stellwänden. Hier wurden Anregungen gesammelt und debattiert zu den möglichen Handlungsschwerpunkten: Kaiserstraße Ost, Kronenplatz, Berliner Platz, Kopfgebäude Waldhorn-/Kaiserstraße, Baublöcke nördlich der Kaiserstraße, Kaiserstraße Ost / Kontext KIT, Kapellenstraße, Fritz-Erler-Straße, Nördliche Kriegsstraße, Karl-Friedrich-Straße, Update Sanierung Dörfle, Reduzierung der Stigmatisierung des Quartiers, soziale Aspekte. Unter anderem monierten Bürger rasende Radler, Wildpinkler, diskutierten Fan-Präsenz kontrovers, sprachen sich für Bürgerzentrum und Generationen-Mix aus.

Zunächst, erklärte Sippel vorab, gehe es um Defizite und Missstände sowie Chancen und Ansatzpunkte. Dazu gehörten die Fragen, wie mit dem Abfall der Kundenfrequenz Richtung Osten, der mehrfach unbelebten Erdgeschosszone, der Verkehrslast, der Patina der Siebziger und dem eher trennenden Campus-Charakter des KIT umzugehen sei. Für das Erarbeiten von Sanierungszielen und konkreter Maßnahmen sind drei öffentliche Workshops (Achse östliche Kaiserstraße, soziale Quartiersentwicklung, Freiräume) vorgesehen. Im Oktober 2017, so der von Projektleiterin Sybille Rosenberg aufgezeigte Fahrplan, soll ein aussichtsreicher Antrag zur Aufnahme in ein städtebauliches Förderprogramm gestellt werden. Ein Gemeinderatsbeschluss 2018 könnte dann das genaue bis 2028 zu sanierende Gebiet festlegen. -mab-

 
 

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