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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. April 2016

Kultur: Vom Himmel durch die Welt

GROSSER THEATERDONNER mit viel Goldflitter zur Jubiläumsfeier des Kammertheaters in der neuen, zweiten Spielstätte K2 in der Kreuzstraße.  Foto: Kammertheater

GROSSER THEATERDONNER mit viel Goldflitter zur Jubiläumsfeier des Kammertheaters in der neuen, zweiten Spielstätte K2 in der Kreuzstraße. Foto: Kammertheater

 

Blicke auf 60 Jahre bewegte Bühnengeschichte des Kammertheaters mit vielen Gästen

„Laßt Phantasie mit allen ihren Chören, Vernunft, Verstand, Empfindung, Leidenschaft hören und wandelt mit bedächt´ger Schnelle vom Himmel durch die Welt“. Nein, nicht in die Hölle wie in Goethes Faust, sondern ins Kammertheater lockte Schauspieler Ralf Bauer.

Freunde und Prominenz trafen sich  im K2, der Dependance in der Kreuzstraße, um dort 60 Jahre bewegte Theatergeschichte zu feiern. Deren Auf- und Ab´s seit der Gründung 1956 durch Wolfgang Reinsch skizzierte Stadtrat David Hermanns. Seit  1985  hatte sich das Kammertheater am Rondellplatz zur Boulevardbühne entwickelt. 1998 übernahm Heidi Vogel-Reinsch und wurde zur legendären, hochverehrten Prinzipalin.

Vom angestammten Ort durch das ECE vertrieben, gab es 18 Monate Zwangspause, bis sich 2004 die ehemalige Landeszentralbank in der Herrenstraße als neues Domizil auftat. 2009 kaufte Bernd Gnann das Theater und eröffnete 2013  das K2 als zweite Spielstätte. BNN-Kulturchef Michael Hübl hatte sich als „leuchtende Facette das Frauenlob, natürlich auf Heidi Vogel Reinsch herausgegriffen.

Mit Blick auf die aktuelle Spardebatte verwies er auf deren letzte Rolle als Striese, den Kämpfer für die Kulturschaffenden  im Raub der Sabinerinnen:  „Schreibt die Stadt auch Miese, denken Sie an Striese“. Vom Umbau des 124 Jahre alten Bankgebäudes, für den sich Stadt und Parteien einmütig eingesetzt hatten, berichtete der ehemalige Vollack-Chef Hans Bretz. Und lobte Gnann, der nun auch sein neuer Partner für dieses Haus sei,  für die Steigerung der jährlichen Besucherzahlen von 20 000 auf 100 000.

Wie das geht, demonstrierte Eva Brunner hinreißend mit einem musikalischen Medley vom romantischen Abendlied bis zur Dreigroschenoper. Er wolle vom Boulevard zum Volkstheater, das „Spaß macht“ bekannte Bernd Gnann. Das K2 brauche er um mit gleichem Zuschuss doppelt so viele Projekte zu machen. Was, so Intendant Ingmar Otto, in der nächsten Spielzeit neben neun Wiederaufnahmen sechs Premieren bedeute, darunter Heinrich Manns Blauer Engel.

Dann verabschiedeten beide Helene Spieth nach 39 Jahren im Büro und Rüdiger Kucich, 33 Jahre fest auf der Bühne und dort künftig als Gast. Mit dem Segen von Schirmherrin Gerlinde Hämmerle überreichte Hannelore Kucich als Vorsitzende des Fördervereins, der schon 300 000 Euro für das Theater aufbrachte, einen Scheck über 20 000 Euro. Und zum Finale wurden die Gäste  von einem Goldflittersturm zugeblasen und  drohten im Theaterdonner zu erstarren. Dazu gab es 60 Sekunden Blitze auf die Theatergeschichte. -cal-

 
 

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