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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. April 2016

Soziales: Offenes Ohr, Job und Zuhause

 

Hilfen für Prostituierte, Arbeits- und Wohnungslose im Sozialausschuss bilanziert

Der Sozialausschuss hat sich in jüngster nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Martin Lenz Hilfen für Arbeitslose, Prostituierte und Wohnungslose gewidmet. Laut Jahresbilanz des Jobcenters wurden die Zielwerte 2015 erreicht oder übertroffen: 4112 Integrationen in Arbeit und Ausbildung (plus 255 zum Vorjahr) legte Geschäftsführer Hans-Peter Kölmel vor.

Die Zahl der Langzeitleistungsbezieher wurde um 1,1 Prozent auf 8852 gesenkt. Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 3,7, bei Jugendlichen unter 25 nur 2,1 Prozent. Mehr Infos: www.jobcenter-stadt-karlsruhe.de.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur, Ingo Zenkner, plädierte für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Akademikern und Facharbeitern, Eltern sollen Karrierechancen der Dualen Ausbildung nahegelegt werden. Auf Einwürfe des Ausschusses zeigten beide Fachleute Gesprächsbereitschaft, um weitere Möglichkeiten des kommunalen Arbeitsmarkts und für das auf Nachwuchs harrende Handwerk auszuloten.

Zum Wirken der Diakonie zählt seit 2014 eine Beratungsstelle für Prostituierte mit Büro in der Südstadt. Hanna Lindenfelser gab Einblick in die vielfältige, nutzbringende Arbeit, die sie mit einer Kollegin über je eine halbe Stelle erbringt. Beide kennen die Facetten des Gewerbes ebenso wie Lebensumstände und Motivation der Prostituierten. Meist junge Frauen, die nur Vertrauen fassen, weil ihnen eine junge Frau allein und ohne Vorurteil oder Drohung begegnet. „Wir üben keinen Druck aus, richten uns nach den Frauen.“ Die Beratungsstelle möchte auch Diskriminierung und Stigmatisierung entgegenwirken.

Eine Zehnjahres-Bilanz erfolgreichen Netzwerkens für wohnungslose Familien präsentierte Barbara Mauter dem Sozialausschuss. Sie repräsentierte die 2005 eingerichtete Fachstelle Wohnungssicherung, die aktuell 54 Familien mit 164 Personen (88 Kinder) untergebracht hat. Mehr als die Hälfte sind Rumänen, fast achtzig Prozent haben Migrationshintergrund. Lenz führte die Erfolgsbilanz auf drei Säulen zurück: Engagement der Volkswohnung, private Vermieter mit drei Vierteln des Wohnungsbestandes, Selbsthilfekräfte. Hervorzuheben: Wohnraumakquise durch Kooperation von Vermietern und Stadt für zahlbares Zuhause. Mit im Boot zur (Intensiv-)Betreuung der Mieter als Partner: Ohlebusch GmbH. -mab-

 
 

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