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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Mai 2016

Tag der Arbeit: Lothar und andere integrieren

TALKRUNDE ÜBER INTEGRATION: DGB-Stadtchef Dieter Bürk, OB Dr. Frank Mentrup und IHK-Präsident Wolfgang Grenke (von links). Die Gesprächsleitung hatte SWR-Moderator Alex Hofmann. Foto: Fränkle

TALKRUNDE ÜBER INTEGRATION: DGB-Stadtchef Dieter Bürk, OB Dr. Frank Mentrup und IHK-Präsident Wolfgang Grenke (von links). Die Gesprächsleitung hatte SWR-Moderator Alex Hofmann. Foto: Fränkle

 

Talkrunde mit DGB-Stadtverbandschef Bürk, IHK-Präsident Grenke und OB Dr. Mentrup

Der Sikh, der in Indien Politik und Psychologie studiert hat, bekommt seine Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt. Aber sein Antrag auf Asyl ist positiv beschieden. Bis er wieder in seinem alten Beruf arbeiten darf, verdingt er sich als Paketfahrer und wird von einem deutschen Kollegen eingelernt.

Der Deutsche heißt Sergeij und stammt aus Kasachstan. Weil Sergej den Namen des Sikh nicht richtig verstanden hat, nennt er ihn Lothar. Das Erste, was er „Lothar“ beibringen möchte, ist schnell zu sein. Denn die Bezahlung ist umso höher, je mehr Pakete ausgeliefert worden sind. Doch gleich bei der ersten Kundin bleiben sie viele Minuten lang, weil diese verzweifelt ist und „Lothar“ seine Psychologen-Künste spielen lässt.

Der Staatstheater-Schauspieler Maximilian Grünewald hat zu Beginn der Veranstaltung der Stadt Karlsruhe und des DGB-Stadtverbandes zum Tag der Arbeit vor einer Woche Passagen aus einem Text „Urban Prayers“ gelesen, den Autor Björn Bicker für die Europäischen Kulturtage geschrieben hatte. Die Lesung stand unter dem Titel „Die Neubürger fragen“ und nahm damit ein Plakat aus der Integrations-Ausstellung des Stadtarchivs in der Krypta der Stadtkirche auf, die sich mit der Flüchtlings-Situation 1945 bis 1960 befasst.

In der anschließenden Talkrunde, die vom SWR-Moderator Alex Hofmann geleitet wurde, nahm OB Dr. Frank Mentrup das Schicksal von „Lothar“ auf und wünschte ihm, dass er bald integriert sei und wieder das arbeiten könne, was er einmal gelernt habe.
„Gemeinsam für Arbeit und Integration“ hatten die Stadt und der Gewerkschaftsbund den Empfang und die Talkrunde überschrieben. Sowohl Dieter Bürk, der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes, wie IHK-Präsident Wolfgang Grenke betonten die Bedeutung der Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft, damit sie auch in den Arbeitsmarkt gelangen können. Am wichtigsten ist ihnen dabei, dass die Flüchtlinge möglichst rasch die deutsche Sprache lernen.

Auch wenn die aktuellen Arbeitslosenzahlen im Bezirk Karlsruhe-Rastatt einigermaßen ermutigend sind, gibt es doch einen Sockel von Langzeitarbeitslosen, die schwierig wieder in Beschäftigung gebracht werden können. Bürk wie Grenke als auch der OB wollen in ihren Mühen nicht nachlassen, auch für diese Gruppe wieder Arbeitsmöglichkeiten zu finden. -erg-

 
 

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