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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Mai 2016

Umwelt: Von Besen und Laubbläsern

Stadt Karlsruhe beteiligt sich erstmals am Lärmaktionstag

Unerwarteter Sieg des Sohnes gegen den Vater. Um im Rahmen des Lärmaktionstages zu demonstrieren, dass Fegen mit dem Besen noch weniger Lärm erzeugt als ein gegenüber Benzin-Bläsern schon leisere Akku-Laubbläser, waren Özer (47) und Onur (22) Ercik von der Stadtreinigung gegeneinander angetreten.

Özer mit dem Bläser, Onur mit dem Besen, um eine definierte Laubmenge eine definierte Strecke zu transportieren. Erwartet war ein Sieg des Bläsers gegen den Besen, aber der Wettbewerb ist – wegen des starken Windes – umgekehrt ausgegangen.

Während eines gesamten Tages waren Lärm- und Gesundheitsexperten verschiedener Dienststellen und Einrichtungen vorige Woche in und an der Postgalerie, um für weniger Lärm zu werben. Denn Lärm macht bekanntlich krank. Lärm, den unser Ohr vermeintlich ausblendet, blendet tatsächlich das Gehirn aus, wie etwa eine Hörgeräte-Akustikerin erläuterte, die während des Aktionstages Gehörmessungen vornahm, während daneben auf einem Bildschirm Tag- und Nachtflüge über lärmkartierte Straßen in Karlsruhe mit den jeweils errechneten Lärmpegeln in unmittelbarer Nachbarschaft zu sehen waren.

Die Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung, Staatssekretärin Dr. Gisela Splett, und Bürgermeister Klaus Stapf waren am Nachmittag gekommen, um zu erläutern, warum sich Karlsruhe am „International Noise Aware Day“ beteilige. Die Staatssekretärin lobte etwa, dass Karlsruhe mit seinem Lärmaktionsplan vorbildlich weit sei. Im Moment, so der Leiter von Umwelt und Arbeitsschutz, Norbert Hacker, und Bürgermeister Stapf, wird der Plan weiterentwickelt. Der Lärm an Hotspots und an zu untersuchenden Stellen darf jetzt nur einen um fünf Dezibel niedrigeren Wert erreichen, damit die Stadt aktiv werden muss. Zehn Dezibel weniger entspricht in Hörgefühl einer Halbierung des Lärms. Abhilfe schaffen neben anderem etwa lärmabsorbierende Straßenbeläge oder Lärmschutzwände oder -wälle. So gut wie nichts kosten Geschwindigkeitsbegrenzungen. Die die Stadt aber nicht einfach anordnen darf.

Um im Herbst Laub zu entfernen, empfehlen Stapf und Splett, so oft wie möglich den Besen zu nehmen, an passenden Stellen das Laub auch mal liegen zu lassen, weil das dem Boden und im Laub lebenden Kleintieren hilft. Und wenn Bläser, denn möglichst Akkugeräte. -erg-

 
 

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