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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Januar 2016

Planungsausschuss: Sachstand IKEA-Verkehre

Detailuntersuchung zum Straßennetz / Bei Verkehrsannahmen auf sicherer Seite

In parallelen Schritten wird an der Ansiedelung von IKEA in Karlsruhe gearbeitet. So stimmt das Unternehmen intern die Hochbauplanung ab, die Grundlage für den Bebauungsplan bilden soll. Der Planungsausschuss brachte sich beim Thema Verkehr auf den aktuellen Stand.

Von der Hochbauplanung und vom vollständigen Verkehrsgutachten abhängig ist, ob der für Ende 2016 angepeilte Satzungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan tatsächlich gelingt, hatten Bürgermeister Michael Obert und Stadtplanungsamt vor Weihnachten in nichtöffentlicher Sitzung informiert. Auf Basis des ersten Verkehrsgutachtens zu Verkehrsaufkommen und -verteilung prüft derzeit ein Ingenieurbüro das Straßennetz rund um IKEA zwischen Durlacher Allee, Ostring, Gerwigstraße und Weinweg. In diesem zweiten Verkehrsgutachten geht es um die Frage, wo eine Ertüchtigung des Straßenraums aufgrund IKEA-Verkehren sowie künftiger Nutzungen im Umfeld - wie dm-Zentrale und Großmarkt - notwendig ist und wie diese aussehen könnte.

Erkenntnisse aus Verkehrsgutachten Teil 1: Montags bis donnerstags gehen knapp 9.000 Fahrten (An- und Abfahrten) auf IKEA zurück, freitags rund 10.000, samstags gut 14.000. Dies entspricht etwa für die Durlacher Allee von der Autobahn kommend 14 Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens. Knapp 40 Prozent kommt über die Autobahnen, aus dem Stadtgebiet gut 23 Prozent.

Im Verkehrsgutachten Teil 2 wird bei den Annahmen auf die sichere Seite gegangen. So wurden Verlagerungspotentiale vom Auto auf den Umweltverbund vernachlässigt, obwohl IKEA ein nachhaltiges Mobilitätskonzept zugesagt hat. Und auch Mitnahmeeffekte (Zwischenstopp auf dem Heimweg oder Besuch weiterer Ziele wie XXXL Mann Mobilia) wurden nicht herausgerechnet.

Durlacher Allee/Weinweg ist Knackpunkt

Für die maximale Spitzenbelastung, die - alle Verkehre zusammengenommen - freitagnachmittags liegt, wird untersucht, wie der Straßenraum gestaltet sein muss, um IKEA-Besucher per Auto (Zufahrt von der Durlacher Allee, Zu- und Ausfahrt in der Gerwigstraße und Ausfahrt vom Weinweg), per Rad oder zu Fuß (Haupteingang im Bereich Durlacher Allee/Weinweg) zum Einrichtungshaus zu leiten.

Knackpunkt bei den Knotenpunkten ist die Kreuzung Durlacher Allee/Weinweg einschließlich Durlacher Allee im Vorfahrtsbereich von IKEA. Hier darf es keinen Rückstau auf durchgehenden Fahrstreifen der Durlacher Allee geben. Bei der Verteilung des Straßenraums zu sehen ist neben dem Baumbestand auch der barrierefreie Ausbau der Haltestelle. Überlegt wird, ob stadtauswärts auf der Durlacher Allee ein zusätzlicher zweiter Linksabbieger sinnvoll ist. Oder: Welche Auswirkungen hätte von der Autobahn kommend ein dritter Fahrstreifen auf Höhe IKEA? Für die Leistungsfähigkeit wird nur eine Variante benötigt, denn jeder Lösungsweg führt zu einer Verbesserung der Ampelphasen an der Kreuzung Durlacher Allee/Weinweg.

Ein Diskussionspunkt im Ausschuss war eine zielführende Leistungsfähigkeit des Straßenraums, wobei dieser Aspekt unterschiedlich interpretiert wurde. Wo Eingriffe in den Baumbestand unausweichlich sind, sollten diese so gering wie möglich ausfallen, waren sich Ausschuss und Verwaltung einig. Zudem sollte der Alleencharakter durch Ersatzpflanzungen wieder hergestellt werden. „Wir stehen am Anfang der Detailbetrachtung“, betonte Obert. Zum weiteren Vorgehen: Aufgezeigt werden mehrere Varianten, aus denen die Vorzugsvariante abgeleitet wird. Diese wird per Verkehrssimulation nochmals auf den Prüfstand gestellt, ehe sie Einzug in den Bebauungsplan hält. -rie-

 
 

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