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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Januar 2016

Zoologischer Stadtgarten: Von A wie Aguti bis Z wie Zebra

AUFGESPÜRT: Dieser Pfeilgiftfrosch im Exotenhaus wird auch gezählt. Foto: Fränkle

AUFGESPÜRT: Dieser Pfeilgiftfrosch im Exotenhaus wird auch gezählt. Foto: Fränkle

 

Bei Zooinventur großes Plus durch Exotenhaus

Genau 983 Individuen in 132 Arten: Das war einmal. Genauer gesagt: Das war so zum Stichtag 31. Dezember 2014. Der Zoo blickt nicht nur auf übliche Veränderungen im Tierbestand in den letzten zwölf Monaten zurück. 2015 steht für ihn auch für ein ereignisreiches Jubiläumsjahr, in dem mit dem Exotenhaus auf einen Schlag der Bestand um rund 2000 Tiere in knapp 100 Tierarten vergrößert wurde.

Zum Jahreswechsel will die Zooleitung es nun genau wissen: Inventur bei allen Säugetieren, Vögeln, Reptilien und Amphibien, Fischen und Wirbellosen ist angesagt - von A wie Aguti bis Z wie Zebra. Bei den Elefantinnen Rani, Shanti und Jenny und den anderen großen Großtieren – etwa Löwin Safo, die Flußpferdfamilie mit Platsch, Kathy und Karl Wilhelm oder auch die beiden Mangalitza-Schweine Frieda und Trude - ist der Aufwand überschaubar.

Bei den kleineren Tieren gestaltet sich der Zählappell aufwändiger. Wo immer es geht, wird exakt durchgezählt: Sind alle Kropfgazellen im Zoo und Oberwald noch da, wie hat sich der Bestand der Hirschziegenantilopen, 2014 mit 27 registriert, verändert? Und wo ist gleich der neunte Nasenbär? „Und manchmal muss man dann auch mal schätzen“, denkt Zooleiter Dr. Mathias Reinschmidt etwa an den Schwarm Neonsalmler. Rund 200 solcher Tiere gab es zur Eröffnung des Exotenhauses.

Was die Inventur erschwert, ist für manches Tier Überlebensstrategie: Wo sind sie denn, ist ein beliebtes Suchspiel bei Zoogästen, wenn sie ins Terrarium der sieben Moosfrösche schauen, Tarnkönige in ihrem Moosreich. Genau nachschauen muss das Exotenhaus-Team auch bei den Pfeilgiftfröschen, die sich unter Blättern verstecken. Schnell erledigt ist die Registrierung bei Einzeltieren. So ist die Krontaube noch unverbandelt. Wird hier ein Exemplar gesichtet, ist die Inventur für diese Art schon gelaufen.

Registriert werden Art, Geschlecht und Anzahl, bei Tieren mit Chip wird dieser ausgelesen, Ohrmarken werden abgelesen. Auch ohne Waage ist klar: Jenny führt die Liste der Schwergewichte an, bei den Leichtgewichten sind es die Zwergseidenaffen bei den Säugern und bei den Wirbellosen der Rosenkäfer, 2014 mit immerhin 90 Individuen berücksichtigt.

Vogelrevier ist aufwändig

„Das Vogelrevier hat unzählige Listenblätter“, erzählt der stellvertretende Amtsleiter Dr. Clemens Becker, der die Inventur leitet. Wer etwa Gänse und Enten zählt, die frei im 20 Hektar großen Zoologischen Stadtgarten herumlaufen, muss gut zu Fuß sein. Wo sind die zwölf Hawaiigänse, sind es noch elf Weißwangengänse, was machen die Bestände der Blauflügelente und Mähnengans? Kommen wir auf die 2014er Zahl von 193? Bei einem Bestands-Minus muss auch an Marder gedacht werden, die „ungebeten“ durch die Anlage streifen.

Alle Zählergebnisse werden mit dem Iststand Ende 2014 und den Revierbüchern 2015 abgeglichen – Geburten, Zugänge, Todesfälle, Leih- und Abgaben. Dayo und Dhakiya etwa wurden 2015 bei den Netzgiraffen geboren, dafür hat Biton den Zoo Richtung Adria verlassen. Und Seehündin Cora erfreut Zoo-Besucher im ungarischen Pécs. Als neue Art hinzugekommen sind Russische Störe oder auch viele der im Exotenhaus lebenden Tiere. Irgendwann ist das große Zählen beendet, sind die Ergebnisse in Datenbanken eingepflegt: Und der Zoo kann seine beeindruckende Vielfalt, seinen Beitrag zum Artenschutz mit statistischen Zahlen belegen. Übrigens: Die Honigbienen werden in ihrer Wintertraube nicht gestört. Sie laufen außerhalb der „Zähl-Konkurrenz“ - bis im Frühjahr im Bienenhaus der Aufbau des neuen zigtausendköpfigen Bienenstammes beginnt. –rie-

 
 

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