Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Bildung: Für digitalen Perspektivenwechsel

NOCH ZUSCHAUER DER PC-SPIELER: (v.l.) Langheinrich, Lenz, Sauerteig, Philipp Wendy (Stadtjugendausschuss), Jugendhaus-Leiter Grüßinger, Projektleiter Sebastian Pflüger. Foto: Knopf

NOCH ZUSCHAUER DER PC-SPIELER: (v.l.) Langheinrich, Lenz, Sauerteig, Philipp Wendy (Stadtjugendausschuss), Jugendhaus-Leiter Grüßinger, Projektleiter Sebastian Pflüger. Foto: Knopf

 

Karlsruhes erste Computerspielschule / Start der medienpädagogisch begleiteten Einrichtung / Generationsübergreifender Zugang

Pioniercharakter hat die erste Computerspielschule in Karlsruhe, die Montag im Kinder- und Jugendhaus Oststadt vorgestellt wurde. Bundesweit gibt es bislang nur fünf Einrichtungen dieser Art.

Intention ist es, generationsübergreifend Kindern, Jugendlichen und nicht zuletzt Eltern den Zugang zur digitalen Spielwelt zu öffnen und sie beim richtigen Umgang mit derlei Medien zu beraten. Eingerichtet wurde sie mit Unterstützung der Landesanstalt für Kommunikation (LfK), Träger ist der Stadtjugendausschuss. „Das ist ein wichtiges Projekt. Kinder und Jugendliche beteiligen die Erwachsenen an der digitalen Welt, die sie oft nicht verstehen. Erwähnt sei auch die erfolgreiche Initiative ‚Senioren an die Konsole‘“, führte Bürgermeister Martin Lenz zum Start aus.

Viele Eltern stehen digitalen Spielen, die in den meisten Fällen fester Bestandteil der Erlebniswelt ihres Nachwuchses sind, kritisch gegenüber – aus Angst vor zunehmender Aggressivität oder Tendenzen sozialer Isolation. Die Einrichtung soll helfen, Eltern die auf ihre Söhne und Töchter ausgeübte Faszinationskraft dieser Spielwelt verstehen und einordnen zu lassen. Laut einer Studie spielen zwei Drittel der Kinder zwischen 6 und 13 Jahren regelmäßig online, am PC oder an der Konsole, merkte LfK-Präsident Thomas Langheinrich an. „Smartphone und Computer gehören längst zu ihrem Lebensalltag.

Viele Eltern stehen der Gaming-Welt ratlos gegenüber. Das Leben ihrer Kinder findet hinter einer Tür mit sieben Siegeln statt. Das schafft oft Konflikte“, so Langheinrich. Genau hier setze das Konzept der Schule an. Sie soll Begegnungsort von Eltern, Großeltern und Kindern sein, um gemeinsam die Welt der Online-Spiele zu entdecken – mit fachkundiger pädagogischer Beratung. „Es kann wohl manches Vorurteil abgebaut werden.“ Viele Spiele bedeuteten „nicht nur Daddeln, sondern haben viel mit Strategie und Teamfähigkeit zu tun“, betonte der LfK-Präsident Beispiele positiver Effekte.

Mit-Initiator der Einrichtung ist Wilfried Grüßinger: Der Pädagoge und Leiter des Jugendhauses Oststadt ist als Sachverständiger des Landes Experte für Computerspiele und bildet Multiplikatoren in dem Sektor weiter. Begrüßt wurde die neue Einrichtung auch von Elke Sauerteig (Aktion Jugendschutz): „Wichtig ist, dass der Umgang mit Medien von Neugier geprägt wird, nicht von Abschottung. Es geht um Verstehen und Perspektivenwechsel. Dabei bringen Jugendliche ihr Wissen ein, hinzu kommen Selbst-reflexion und medienpädagogische Begleitung.“ -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe