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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Gemeinderat: Nach anderer Nutzung suchen

ERHALTEN möchten das Kulturdenkmal Franz-Rohde-Haus mit anderer Nutzung am liebsten alle Fraktionen. Foto: MMG

ERHALTEN möchten das Kulturdenkmal Franz-Rohde-Haus mit anderer Nutzung am liebsten alle Fraktionen. Foto: MMG

 

Appell an Evangelische Stadtmission, denkmalgeschütztes Haus zu erhalten

Nach dem Dank für eine engagierte und sachliche Debatte über die Zukunft des Franz-Rohde-Hauses, schlug OB Dr. Frank Mentrup vor, dass die Stadt den Prozess begleiten werde, an anderer Stelle ein Grundstück für den Bau eines Pflegeheims zu finden. Ebenso eine Verwendung für das alte Haus unter Erhalt des Denkmalschutzes.

Alle Fraktionen hatten die Unmöglichkeit der Nutzung des Hauses als Pflegeheim aufgrund der Landesheimbauverordnung gesehen. Danach sind ab 2019 Einbettzimmer vorgeschrieben. Alle wollten jedoch Haus samt Park erhalten. Für die KULT-Fraktion, die einen Grundstückstausch oder aber den Einzug in freiwerdende Altbauten des Klinikums beantragt hatte, warb Lüppo Cramer, „unser kulturelles Erbe stärker zu bewahren“. Das Kulturdenkmal Franz-Rohde Haus als letztes nicht sakrales Gebäude des bedeutenden Kirchenbauarchitekten Otto Bartning, über den es 2017 in der Städtischen Galerie eine Ausstellung gebe, verdiene nach genauer Analyse eine sorgfältige Instandsetzung mit anderer Nutzung.

Dr. Albert Käuflein (CDU)  verwies wie Tom Hoyem (FDP) auf die bereits erteilte Abrissgenehmigung des Bauordnungsamtes, vor der  Wirtschaftlichkeit  und Denkmalschutz abgewogen wurden. Das bedeutete, dass die Evangelische Stadtmission als Eigentümerin entscheide und der Gemeinderat “nicht der richtige Adressat“ sei. Der Verweis auf ein Vorkaufsrecht der Stadt wie in Bayern sei daher falsch, ergänzte der Sozialdemokrat Michael Zeh. Die Stadt habe kein geeignetes Grundstück. Sie hat aber der Stadtmission einen geeigneten privaten Grundstückseigentümer genannt.

Unstrittig war bei allen der künftige Bedarf an Pflegeplätzen, weshalb die Grünen eine Bedarfsermittlung sowie die Suche nach alternativen Standorten wie den Rüppurrer Festplatz für die Stadtmission  beantragten. Dr. Ute Leidig verwies auf das „Unverständnis vieler Bürger, ein intaktes Haus“, das Heimatgefühl vermittle, abzureißen und appellierte an die Stadtmission, es zu erhalten. Die Notwendigkeit, Pflegeplätze zu schaffen, sahen auch Friedemann Kalmbach (GfK)  und Dr. Paul Schmidt (AfD). Letzterer fand es aber „nicht gut, wenn man die eigene Kultur einem Sachzwang opfert“ und unterstützte wie Jürgen Wenzel (FW) und Stefan Schmitt (pl)  den KULT-Antrag. Baudezernent  Michael Obert   beschrieb das Dilemma, das einst als Alterssitz für Schwestern mit Nasszellen auf Gängen und schmalen Treppen errichtete Haus zu verändern:  „Jede andere Nutzung bedeutet einen Umbau, der die Denkmaleigenschaft vernichtet“. -cal-

 
 

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