Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Stadtgeschichte: Hölzerne Zeitzeugen

DURLACHER STADTGESCHICHTE: Aus der Zeit um 1648 stammen die Wasserrohre, die (v. l.) Prof. Matthias Maier, Lucie Selb, Günter Baumann und Dr. Ferdinand Leikam präsentieren. Foto: Stadtwerke

DURLACHER STADTGESCHICHTE: Aus der Zeit um 1648 stammen die Wasserrohre, die (v. l.) Prof. Matthias Maier, Lucie Selb, Günter Baumann und Dr. Ferdinand Leikam präsentieren. Foto: Stadtwerke

 

Wasserrohre aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs

Beim Verlegen neuer Gas- und Wasserleitungen in der Durlacher Marstallstraße stießen Arbeiter im September auf zwei gut erhaltene Rohre aus Holz. Günter Baumann, Bauleiter der Stadtwerke Netzservice-Gesellschaft, machte in dem Fund sofort historische Wasserleitungen aus und barg mit seinen Mitarbeitern die hölzernen Zeitzeugen.

Untersuchungen ergaben, dass die Kiefer, aus der die 4 Meter und 3,60 Meter langen Stücke hergestellt wurden, im Winter 1640/41 gefällt wurde. Dr. Ferdinand Leikam (Stadtarchiv, Pfinzgaumuseum) vermutet, dass die Rohre nach Ende des Dreißigjährigen Kriegs verbaut wurden. Damals erlebte Durlach eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, bevor der Große Brand die Residenzstadt der Markgrafen von Baden-Durlach 1689 fast vollständig zerstörte. Für Prof. Matthias Maier, Leiter der Trinkwasserversorgung bei den Stadtwerken, sind die Rohre auch ein Beweis dafür, „dass die Durlacher schon seit dem späten Mittelalter Wasser von den natürlichen Quellen am Fuße des Geigersbergs mit hölzernen Deichelrohren in die Stadt leiteten“.

Die Stadtwerke haben die Rohre dem Pfinzgaumuseum überlassen, doch zunächst steht eine aufwendige Restaurierung im Wasserwerk Durlacher Wald auf dem Programm. Restauratorin Lucie Selb hat die Rohre inzwischen vorsichtig gereinigt und rettet sie nun durch eine kontrollierte Lufttrocknung vor dem Zerfall. Sie rechnet damit, dass die Leitungen bis Ende des Jahres ins Museum können. Die Kosten für die Restaurierung in Höhe von 7.000 Euro teilen sich Stadtwerke und Freundeskreis Pfinzgaumuseum. Dessen Vorsitzender Günther Malisius freut sich darüber, „dass die wichtigen Zeugnisse Durlacher Geschichte dauerhaft erhalten bleiben“. -red-/-trö-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe