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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Stadtgeschichte: Immer noch stadtbildprägend

IDYLLE vor 200 Jahren. Die evangelische Stadtkirche mit zwei Lyzeumsbauten nach antiken Vorbildern realisierte Weinbrenner gegenüber des ebenfalls von ihm entworfenen Rathauses. Repro: Stadtarchiv

IDYLLE vor 200 Jahren. Die evangelische Stadtkirche mit zwei Lyzeumsbauten nach antiken Vorbildern realisierte Weinbrenner gegenüber des ebenfalls von ihm entworfenen Rathauses. Repro: Stadtarchiv

 

Vor 200 Jahren eingeweiht: Weinbrenners evangelische Stadtkirche am Marktplatz

Unlängst als „Meisterwerk Weinbrenners“ gewürdigt, nimmt die evangelische Stadtkirche noch heute, 200 Jahre nach ihrer Erbauung, eine exponierte, stadtbildprägende Stellung im Zentrum der Fächerstadt ein.

Anfang des 19. Jahrhunderts war sie am neu gestalteten Marktplatz ein wesentliches Element der Via triumphalis Friedrich Weinbrenners. Die evangelische Stadtkirche ersetzte die Konkordienkirche als zentralen städtischen Kirchenbau. Besondere Bedeutung besaß sie zudem als Hauskirche und Grablege für die Mitglieder der großherzoglichen Familie und als evangelische Bischofskirche. Die Planungen für den Sakralbau begannen mit zwei Entwürfen Weinbrenners von 1791 und 1797. Ausgeführt wurden schließlich seine Pläne von 1802. Aber erst am 8. Juni 1807 wurde der Grundstein gelegt. Mit der Einweihung am Pfingstsonntag (2. Juni) 1816 endete die neunjährige Bauzeit, in der Baukosten von 427.996 Gulden anfielen.

Architektonisch ist die evangelische Stadtkirche Teil eines größeren Gebäudekomplexes. Niedrige Mau-ern verbinden den Sakralbau mit den flankierenden Gebäuden des Lyzeums (Gymnasiums). Die Fassade zum Marktplatz ist als römische Tempelfront mit Ornamentfries gestaltet – ein Portikus mit sechs Säulen, Gebälk und Dreiecksgiebel. Der dreischiffige Kirchenbau besitzt einen geraden Chorabschluss und eine Vorhalle. Der 75 Meter hohe Kirchturm mit quadratischem Grundriss ist im Osten über der Vierung angeordnet und erhielt entgegen Weinbrenners Planung einen spitzen Turmhelm. Den Innenraum prägten ursprünglich korinthische Säulen, zwei Emporen in den Seitenschiffen und eine Kassettendecke.

Ihre heutige Gestalt erhielt die evangelische Stadtkirche nach dem Zweiten Weltkrieg. 1944 zweimal von Bomben getroffen, brannte die Kirche samt der Nebengebäude aus. Im Zuge des 1958 abgeschlossenen Wiederaufbaus rekonstruierte man die Gebäudehülle, während Architekt Horst Linde den Innenraum neu gestaltete. -ps-

 
 

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