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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. Juni 2016

Störfallhilfe: Nicht wie Dino Kevin

 

Richtiges und falsches Verhalten im Störfall erklärt

Ein kluger Käfer und ein tolpatschiger Dinosaurier zeigen, wie man handeln und was man unterlassen sollte, falls es im Stadtgebiet je zu einem Störfall käme.

In Karlsruhe mit seiner vielfältigen Wirtschaftsstruktur sind im Westen um den Rheinhafen auch Industriebetriebe angesiedelt, die mit großen Mengen an Gefahrstoffen arbeiten. Diese Betriebe investieren viel Geld und Zeit in Wartung und Instandhaltung sowie die Ausbildung ihrer Mitarbeiter, um ein hohes Sicherheitsniveau zu halten. Trotzdem kann nie garantiert werden, dass es nicht zu einem Brand, einer Explosion oder Freisetzung von Stoffen kommt – über die Werksgrenzen hinaus bemerkbar. Solch ein Vorfall könnte theoretisch gesundheitliche Schäden für den Menschen sowie eine Belastung der Umwelt bedeuten und wird als Störfall bezeichnet.

Das Wissen der Bürger um den Selbstschutz in solch einem Notfall nimmt seit Jahrzehnten ab. Die Bedeutung der Sirenentöne ist weitestgehend unbekannt und sie werden von weiten Teilen ignoriert – wie Versuche zeigten.

Dem widmete sich ein Seminar des Fachbereichs Kommunikationsdesign der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe: Wie kann effektive Kommunikation über das Verhalten im Notfall aussehen? Wie erreichen wir das Gros der Bevölkerung? Es wurde nach einem Weg gesucht, auf sympathische Art das empfohlene Verhalten zu verankern, zugleich die bestehenden hohen Standards der zuständigen Behörden aufzuzeigen. Dazu wurden zwei gegensätzliche tierische Protagonisten ins Leben gerufen: Karl der informierte Käfer und Kevin der ahnungslose Dinosaurier. Diese beiden machen durch positives wie negatives Beispiel den Sinn des richtigen Verhaltens klar – etwa: geschlossene Gebäude aufsuchen, Lüftungen und Klimaanlage ausschalten, sich über lokales Radio und TV zur Lage informieren, nicht unnötig den Notruf blockieren.

Die geplante Broschüre wurde schließlich im Auftrag der EnBW AG, der Hartchrom GmbH, der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) und der Oiltanking Deutschland mit Unterstützung der Stadt umgesetzt. Sie liegt am Freitag, 3. Juni, in allen am ehesten von einem Störfall betroffenen Stadtteilen dem „Kurier“ bei. Enthalten sind Merkblätter über das richtige Verhalten in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Türkisch. Zusätzlich ist die Website www.stoerfall.karlsruhe.de entstanden, auf der sich jeder informieren sollte. Karl und Kevin sollen auch künftig in Sicherheitsdingen für Karlsruhe unterwegs sein.

 
 

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