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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 1. Juli 2016

KIT im Rathaus: Ressourcen erhalten

KOOPERATION: Das KIT veranstaltet Themenreihe im Rathaus. Foto. Fränkle

KOOPERATION: Das KIT veranstaltet Themenreihe im Rathaus. Foto. Fränkle

 

Zentrum für Klima und Umwelt bei Reihe „KIT im Rathaus“

Was hat das Wetter mit dem Klima zu tun? Wie kann ein Leben unter extremen klimatischen Bedingungen gelingen? Um diese Fragen ging es kürzlich bei „KIT im Rathaus“ im voll besetzten Bürgersaal. Forscher des KIT-Zentrums Klima und Umwelt hielten Vorträge zu Klimawandel, Anpassung und Ressourcenerhaltung.

Begrüßt wurde das Auditorium von Bürgermeister Klaus Stapf. „Es ist wichtig, dass Zusammenhänge erklärt werden und die Bevölkerung mit der Wissenschaft in Kontakt kommt. Gerade bei so komplexen Themen ist dies absolut notwendig“, so Stapf.
Beeindruckt von der großen Resonanz zeigte sich Professor Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung (KIT). „Es ist uns ein Anliegen, die Bevölkerung mit Wissen zu versorgen“, so Kraft, der die gute Zusammenarbeit zwischen Rathaus und KIT lobte.

Professor Frank Schilling, KIT-Sprecher des Zentrums Klima und Umwelt berichtete, dass sich nirgends mehr Professoren in Deutschland mit dem Klimawandel beschäftigen als in der Fächerstadt. Beispiele aus der Praxis stellte Professor Franz Nestmann vor. Der Leiter des Instituts für Wasser und Gewässerentwicklung erläuterte in „Lebensraumsicherung unter extremen anthropogenen und klimatischen Bedingungen in Ost-Asien“ wie KIT-Forscher „Water supply“ in Gebieten langer Trockenzeit in Asien realisieren. „Die Menschen dort schleppen Wasser über weite Strecken. Bauern verlassen die Ackerfurchen in großer Zahl, weil das Wasser fehlt.“ In tiefen Höhlen wurde Süßwasser entdeckt, das nun mit Hochdruckpumpen und eigens entwickelten Turbinen nach oben gepumpt wird.

Am Mekong Delta sorgt der Meeresspiegel-Anstieg dafür, dass Salzwasser in Süßwasserbereiche getrieben werde. Dieses und weitere Faktoren haben zur Folge, dass Bauern in Scharen in naher Zukunft das Land verlassen. „Es werden sich dort Dramen abspielen, wenn wir nichts tun“, so Nestmann. Klimaforscher Professor Johannes Orphal ging auf die jüngsten extremen Niederschläge in Deutschland ein und prognostizierte einen Meeresspiegel-Anstieg um einen halben Meter in diesem Jahrhundert; zudem die Zunahme heftiger, kurzer Hitzewellen in Europa. -voko-

 
 

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