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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Juli 2016

Gießbachniederung: Weite und Vielfalt der Landschaft

UNKEN GUCKEN: BM Stapf (links) und UA-Mitarbeiter Johannes Niederstrasser begutachten Amphibien aus der Gießbachniederung. Foto: Fränkle

UNKEN GUCKEN: BM Stapf (links) und UA-Mitarbeiter Johannes Niederstrasser begutachten Amphibien aus der Gießbachniederung. Foto: Fränkle

 

Landschaftsschutzgebiet in Nordost offiziell vorgestellt / Erstmals Schutzgebietsbeirat

Das Landschaftsschutzgebiet Gießbachniederung liegt zwischen Grötzingen, Durlach, der A 5 und dem Naturschutzgebiet Weingartener Moor. Zu zwei Dritteln auf Grötzinger, zu einem weiteren Drittel auf Durlacher Gemarkung. Ausgenommen sind der Weiler „Im Brühl“ mit seinen Aussiedlerhöfen sowie die Grötzinger Sportplätze.

Bereits seit elf Jahren ist in der Diskussion, das Gebiet unter Schutz zu stellen, im März hat OB Dr. Mentrup die Schutzgebietsverordnung an Grötzingens Ortsvorsteherin Karen Eßrich übergeben. Die Gießbachniederung ist mit ihren 331 Hektar das größte Schutzgebiet auf Karlsruher Gemarkung. Im Vergleich: Das Naturschutzgebiet Alter Flugplatz misst gerade einmal 69 Hektar. Der Schutz in der Gießbachniederung ist allerdings geringer als bei einem Naturschutzgebiet. So können etwa Veränderungen vorgenommen werden, müssen allerdings mit den zuständigen Behörden besprochen werden. Eine Umwandlung von Grünland in Ackerflächen ist aber nicht möglich.

Das jetzt der Öffentlichkeit vorgestellte neue Schutzgebiet weist eine Besonderheit auf, die es bislang in anderen Karlsruher Schutzgebieten nicht gibt: Eine Schutzgebietsbeirat überwacht die Einhaltung der Bestimmungen. Er ist paritätisch aus Mitgliedern der Anwohner der Siedlung „Im Brühl“ und anderen Privatpersonen einerseits und andererseits aus Angehörigen der Verwaltung und von Naturschutzverbänden zusammengesetzt. Er wird demnächst erstmals tagen, wie Bürgermeister Klaus Stapf und Geschäftsführer Hartmut Weinrebe vom BUND Karlsruhe bei der Vorstellung versicherten.

Stapf betonte die besondere Lage des Gebiets mit der Weite der Landschaft, dem Mix aus Acker- und Wiesenflächen, dem offenen Blick auf die Vorbergzone und den Heckenreihen. Für Weinrebe war wichtig, dass die Gießbachniederung eine jetzt nicht mehr bebaubare Kaltluftschneise darstellt, die sich in heißen Sommern bereits als sehr wertvoll erwiesen habe.

Das sich in der Kinzig-Murg-Rinne befindende Schutzgebiet zeichnet sich durch eine besondere Artenvielfalt aus. So sind etwa zahlreiche gefährdete Vogelarten wie der Rotmilan, die Rohrweihe, der seltene Raubwürger oder auch der noch seltenere Bergpieper in der Gießbachniederung zu finden.

Johannes Niederstrasser vom städtischen Amt Umwelt und Arbeitsschutz hatte zur Vorstellung einen Eimer mitgebracht, in dem einige Gelbbauchunken saßen. Auch diese Tierart ist wie zahlreiche weitere Amphibien und Insekten im Schutzgebiet vorhanden und sonst mittlerweile sehr selten geworden. Niederstrasser versicherte, die Unken nach der Beurteilung durch Stapf und andere Teilnehmer der Vorstellung wieder auszusetzen. Johannes Niederstrassers nächste Aufgabe ist es, jetzt einen Pflegeplan für das neue Schutzgebiet zu entwickeln und umzusetzen. -erg-

 
 

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