Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. Juli 2016

Schlosslichtspiele: Shows blicken auf und hinter die Fassade

HINGUCKER UND PUBLIKUMSMAGNET: Insgesamt über 400.000 Besucher kamen zu den Schlosslichtspielen im Festivalsommer des 300. Stadtgeburtstags. Mindestens 100.000 will die Neuauflage vom 7. August bis zum 17. September anziehen. Archivfoto: Fränkle

HINGUCKER UND PUBLIKUMSMAGNET: Insgesamt über 400.000 Besucher kamen zu den Schlosslichtspielen im Festivalsommer des 300. Stadtgeburtstags. Mindestens 100.000 will die Neuauflage vom 7. August bis zum 17. September anziehen. Archivfoto: Fränkle

 

Fünf Künstlergruppen zeigen sechs Projektionen

Der Besuchermagnet des Stadtgeburtstags kehrt zurück. Vom 7. August bis zum 17. September erfahren die Schlosslichtspiele, die im Festivalsommer 2015 fast 400.000 Menschen angelockt hatten, eine Neuauflage. Auch im Jahr „300 plus 1“ ist der Eintritt zur digitalen Lichtkunst auf der Schlossfassade frei.

Bei der Neuauflage setzen fünf Künstlergruppen auf der etwa 3.000 Quadratmeter großen Projektionsfläche sechs Shows in Bewegung. Doch die etwa 15-minütigen Arbeiten wollen nicht nur durch kreative Lichteffekte überzeugen. „Sie vermitteln Kunst“ versprach ZKM-Chef Peter Weibel - auch 2016 Kurator der Lichtspiele - bei der Präsentation des Programms „eine Steigerung des Niveaus“ gegenüber dem Vorjahr. Zu den von Weibel ausgewählten Werken gehört „palaced stages“ von Alexander Stublic (20. August bis 10. September), der die Fassade des Schlosses wie eine Drehbühne um eine gedachte Mittelachse rotieren lässt. Zwischen reale Elemente mischen sich Simulationen historischer Szenerien. Die Projektion „Paperlife“ von Hauslaib Lichtwelten (11. August bis 2. September und 11. bis 17. September) erschafft eine neue Fassade aus Papier. Wie die Seite eines Buches wird sie gefaltet, gerissen, geknittert.

Mit der Stofflichkeit von Papier arbeitet auch das Künstlerkollektiv Xenorama, das für „Transkutan“ (27. August bis 17. September) ein maßstabgetreues Modell des Schlosses aus Papier filmte und digital bearbeitet auf die reale Oberfläche der Fassade wirft. Dragos Stefan lässt mit seinem Studio „DSG animation + VFX bei „Defilee zum 100. Geburtstag der Avantgarde“ (7. bis 26. August und 3. bis 17. September) ikonische Werke der Avantgarde über das Schloss spazieren. Und Maxin10sity sind mit gleich zwei Projektionen vertreten. Die ungarische Künstlergruppe zeigt mit „300 Fragments“ (7. bis 13. August und an Wochenenden) den Renner des letztjährigen Festivalsommers und ihre neue Arbeit „Legacy“ (7. August bis 17. September). Darin rücken sie Exponate des im Schloss untergebrachten Badischen Landesmuseums in ein neues Licht, erzählen die Kulturgeschichte von der Ur- und Frühgeschichte bis zu den antiken Kulturen im Zeitraffer nach und kehren damit ein gutes Stick des Lebens hinter der Fassade nach außen.

Mit den Schlosslichtspielen im vergangenen Jahr sei das ZKM „im Herzen der Stadt angekommen“, war sich OB Dr. Frank Mentrup vor den Medien sicher, dass der Platz vor dem Schloss auch in diesem Sommer wieder „allabendlich zum Treffpunkt und Mittelpunkt der Region wird“. Und nach außen seien die Lichtspiele die ideale Möglichkeit, so Mentrup, „Karlsruhe als Stadt an der Schnittstelle von Kunst, Kreativwirtschaft und IT am historischen Mittelpunkt bekannt zu machen“. Eine „sechsstellige Besucherzahl“ will Martin Wacker erreichen. Und zum „Fest von den Bürgern, mit den Bürgern, für die Bürger“, könne jeder etwas beitragen, nannte der Geschäftsführer der veranstaltenden Karlsruhe Event GmbH dabei etwa den fünf Euro schweren Solidaritätsbutton „Wir lassen unser Schloss leuchten“.

Die Schlosslichtspiele selbst leuchten ab dem 7. August täglich ab 21.30 Uhr, ab 20. August ab 21 Uhr, ab 2. September ab 20.30 Uhr. Zusätzlich lockt vom 12. bis 14. August ein SWR-Wochenende mit Jazz, Comedy und Schlager. -trö-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe